Einstieg2018-09-14T10:37:11+00:00

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Epilep­ti­scher Anfall

Bei einem epilep­ti­schen Anfall kommt es zu einer vorüber­ge­henden Funkti­ons­stö­rung des Gehirns. Es gibt zahlreiche Formen epilep­ti­scher Anfälle. Die Zeichen reichen von isolierten Bewusst­seins­stö­rungen bei Absencen (kleinen genera­li­sierten Anfällen oder Petit mal) über kurze unwill­kür­liche Zuckungen bei erhal­tenem Bewusst­sein (Myoklo­nien) bis hin zu „grossen“ Krampf­an­fällen mit Bewusst­seins­ver­lust (Grand mal).

Epilep­sien können zum Beispiel nach Schlag­an­fällen, Kopfver­let­zungen oder bei Hirntu­moren und degene­ra­tiven Leiden wie der Alzheimer‐Krankheit auftreten. Rund ein Drittel aller Epilep­sien ist genetisch bedingt. Davon ist nur ein kleiner Teil erblich – oft handelt es sich um Mutationen, die nicht vererbt wurden („De‐Novo‐Mutationen“). Manchmal bleibt die Ursache aller­dings nach wie vor unklar.

Nicht jeder Mensch mit einem oder mehreren epilep­ti­schen Anfällen hat auch Epilepsie. Von Epilepsie kann man meist erst nach mehreren spontan auftre­tenden Anfällen ohne erkenn­baren Auslöser sprechen. Epilepsie ist keine einheit­liche Krank­heit, sondern eine grosse Gruppe unter­schied­li­cher Krank­heiten mit sehr unter­schied­li­chen Symptomen, Verläufen und Ursachen.

Wahr und falsch

Epilepsie gehört zu den Gesund­heits­stö­rungen, denen in der Öffent­lich­keit mit einer Vielzahl falscher Vorstel­lungen und Vorur­teilen begegnet wird. Einige richtige Aussagen zu Epilepsie sind:

  • Epilep­ti­sche Anfälle sind nicht immer drama­tisch und mit Verkramp­fungen und Zuckungen verbunden, sondern können kaum merklich ablaufen, zum Beispiel kurze Absenzen, kurze Missemp­fin­dungen etc.
  • Die überwie­gende Mehrzahl der Menschen mit Epilep­sien hat keine geistige Behin­de­rung.
  • Epilepsie ist keine Geistes­krank­heit (psych­ia­tri­sche Krank­heit), sondern eine neuro­lo­gi­sche Krank­heit.
  • Mehr als 90 Prozent aller Epilep­sien sind nicht erblich.
  • Menschen mit Epilepsie unter­scheiden sich in ihrer Wesensart wie andere Menschen, es gibt keine typischen Wesens­ei­gen­schaften wie zum Beispiel eine beson­ders hohe Intel­li­genz.

Autor: Günter Krämer, letzte Aktua­li­sie­rung: 2017

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