Behand­lung2018-09-27T14:45:01+00:00

Behand­lung

Fast alle Epilep­sie­be­trof­fenen werden mit Medika­menten behan­delt. Können diese die Anfälle nicht verhin­dern, gibt es noch weitere Möglich­keiten.

Nach der Diagnose Epilepsie besteht die Behand­lung durch die Neuro­login, den Neuro­logen in der Regel in der Einnahme von antiepi­lep­ti­schen Medika­menten. Welche Medika­mente, ob eine oder mehrere Substanzen, hängt von der Form der Epilepsie und anderen Faktoren ab, z.B. Beglei­ter­kran­kungen.

Wichtig ist auch eine angepasste Lebens­weise, beispiels­weise ausrei­chend Schlaf und regel­mäs­sige Schlaf­zeiten sowie das Vermeiden anfalls­aus­lö­sender Situa­tionen und Faktoren. Die medika­men­töse Therapie kann durch Selbst­kon­trolle unter­stützt werden. Darunter versteht man, die durch genaue Beobach­tung erkannten, anfalls­aus­lö­senden Umstände zu vermeiden oder zu durch­bre­chen.

Eine Beherr­schung der Epilepsie ist nicht immer möglich. Bei manchen Arten der Epilepsie werden 90 Prozent der Betrof­fenen anfalls­frei, bei anderen höchs­tens 10 bis 20 Prozent. Fast zwei Drittel der Menschen mit Epilepsie führen ein normales Leben, das heisst, sie benötigen neben ihren tägli­chen Medika­menten und der medizi­ni­schen Betreuung keine weiteren Hilfen.

Dauern die Anfälle trotz Medika­men­ten­ein­nahme an, sollte geprüft werden, ob eine Opera­tion infrage kommt. Das ist immer dann denkbar, wenn die Anfälle an einem einzigen Ort im Gehirn entstehen (fokale oder sekundär genera­li­sierte Anfälle) und sich dieser Ort nicht in einem Hirnge­biet befindet, das für extrem wichtige Funktionen wie Sprache, Sehen oder Bewegung zuständig ist. Von dem Drittel, das mit Medika­menten nicht anfalls­frei wird, ist dies bei etwa 10 Prozent der Fall, d.h. insge­samt bei etwa 2 bis 3 Prozent der Betrof­fenen.

In der Epilep­sie­chir­urgie wird der Epilep­sie­herd dann entfernt – das bedarf sorgfäl­tiger Abklä­rung und Vorbe­rei­tung, damit der Patient durch den Eingriff nicht im Sprechen, Bewegen oder Denken beein­träch­tigt wird. Je jünger der oder die Betrof­fene, desto grösser sind die Vorteile durch eine erfolg­reiche Opera­tion. Liegt der Ort im inneren Schlä­fen­lappen, so haben in rund 75 Prozent der Fälle die Operierten danach keine oder fast keine Anfälle mehr.

Kommt eine Opera­tion nicht in Betracht, kann eine spezi­elle Form der Ernäh­rung, die sogenannte ketogene Diät, zu einer Besse­rung führen. Ketogene Diäten sind extrem fettreiche, kohlen­hy­drat­arme, Eiweiss‐ und Kalorien‐bilanzierte Diäten, die den Stoff­wech­sel­zu­stand des Fastens nachahmen.

Eine weitere Option ist der Vagus­nerv­sti­mu­lator oder „Hirnschritt­ma­cher“. Dabei wird ein batte­rie­be­trie­benes Stimu­la­ti­ons­gerät unter­halb des Schlüs­sel­beins unter die Haut implan­tiert und mit dem Nervus vagus am Hals verbunden.

Autoren: Günter Krämer, Stephan Rüegg; letzte Aktua­li­sie­rung: 2017

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