Valproat2018-04-05T09:40:22+00:00

Valproat

Schäden vermeiden und melden

Die terato­gene Wirkung von Valproat (Depakine, Orfiril, Convulex) ist seit den 80er Jahren bekannt. Seit 2006 warnen die Packungs­bei­lagen, dass es neben schwer­wie­genden Fehlbil­dungen auch zu gravie­renden Entwick­lungs­stö­rungen kommen kann. Nach entspre­chenden Medien­be­richten warnt seit 2017 zusätz­lich ein Pikto­gramm auf der Packung vor den Gefahren einer Einnahme durch Schwan­gere und die Anwen­dungs­ein­schrän­kungen wurden nochmals verschärft.

Trotzdem kommt es immer noch vor, dass junge Mädchen oder Frauen ohne zwingenden Grund Valproat verschrieben bekommen bzw. vor der Pubertät keine Umstel­lung statt­findet. Die Verord­nung von Valproat an gebär­fä­hige Mädchen und Frauen lässt sich nur vertreten, wenn wirklich keine Alter­na­tive hilft. In diesem Fall sollte die Betrof­fene gemäss den Swissmedic‐Unterlagen ausführ­lich aufge­klärt werden.

Falls Sie Mütter behan­deln, die während der Schwan­ger­schaft Valproat genommen haben: Machen Sie diese auf mögliche Neben­wir­kungen aufmerksam. Insbe­son­dere Entwick­lungs­stö­rungen wie intel­lek­tu­elle Einschrän­kungen oder Autismus bei Kindern, die vor ihrer Geburt Valproat ausge­setzt waren, sollten unbedingt dem zustän­digen Pharma­co­vi­gi­lance-Zentrum gemeldet werden, bevor­zugt über das elektro­ni­sche Melde­portal ElViS.

Bitte klären Sie auch Ihr Umfeld diesbe­züg­lich auf – jedes vermeidbar geschä­digte Kind ist eines zu viel!

Infor­ma­tionen der Swiss­medic zum Thema

Autor: Stephan Rüegg,  letzte Aktua­li­sie­rung: 2018.