FAQ2020-12-17T10:18:31+01:00

Häufig gestellte Fragen

Die auf dieser Website zur Verfü­gung gestellten Infor­ma­tionen ersetzen den Arztbe­such nicht, sie sollen viel eher dazu dienen, das Gespräch zwischen Patient und Arzt zu fördern.

Epilepsie allge­mein

Ist Epilepsie tödlich?2020–10-23T17:57:48+02:00

Epilepsie selbst ist nicht tödlich.

Durch Anfälle besteht eine erhöhte Gefahr z.B. zu ertrinken oder einen tödli­chen Unfall zu erleiden. Hört ein Grand-Mal-Anfall nicht von alleine auf (Status epilep­ticus), besteht ernst­haft Lebens­ge­fahr. Selten können Epilep­sie­be­trof­fene auch im Kopfkissen ersti­cken, wenn sie nachts bei einem Anfall allein sind, oder sterben aus unbekannten Gründen („sudden unexpected death in epilepsy“, SUDEP).

Flyer «SUDEP»

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Lässt sich Epilepsie heilen?2018–02-13T16:28:48+01:00

Unter Umständen ja. Bestimmte Epilep­sie­formen (z.B. Rolando-Epilepsie) wachsen sich beim Erwach­sen­werden aus, die Medika­mente können dann abgesetzt werden. Es gibt bei einigen Betrof­fenen (2–3%) auch die Möglich­keit, mit einer Opera­tion den Anfalls­herd zu entfernen. Verläuft der Eingriff positiv, lebt ein Teil der Betrof­fenen nachher ohne Medika­mente anfallsfrei.

Welche Infor­ma­tionen über einen erlebten und beobach­teten Anfall könnten bei der Diagnose helfen?2018–09-25T14:08:48+02:00

Details dazu finden Sie in unserem Flyer „Wichtige Merkmale von Anfällen“. Mit Einver­ständnis des Betrof­fenen empfiehlt sich zudem, Anfälle zu filmen, z.B. mit dem Smartphone.

Flyer «Wichtige Merkmale von Anfällen»

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Warum ist es wichtig, dass Patient/in und Arzt/Ärztin gut zusam­men­ar­beiten?2019–12-17T14:53:43+01:00

Medika­mente wirken nur, wenn sie regel­mässig einge­nommen werden – Basis dafür ist ein Vertrau­ens­ver­hältnis zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin. Letztere sollten sich ausrei­chend Zeit nehmen und offene Fragen beant­worten. Dafür ist es nützlich, wenn sich die Patienten vorbe­reiten und Beobach­tungen und Fragen notieren. Wer sich nicht gut betreut fühlt, kann sich nach einer Alter­na­tive umsehen oder eine Zweit­mei­nung einholen.

Spezia­listen finden

Vorbe­rei­tung auf den Arztbesuch

Flyer «Zusam­men­ar­beit mit dem Arzt»

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Ich möchte gerne eine Zweit­mei­nung einholen, will meinen Arzt/Ärztin aber nicht verär­gern. Wie gehe ich vor?2020–07-15T12:05:10+02:00

Gute Mediziner haben damit kein Problem, sondern sind bei schwie­rigen Entscheiden oft sogar froh, wenn ein erfah­rener Kollege seine Meinung äussert. Mögli­cher­weise kann er/sie sogar jemanden empfehlen. Sprechen Sie offen mit Ihrem behan­delnden Arzt darüber und bitten Sie ihn, Ihre Kranken­akte dem gewünschten Arzt weiterzuleiten.

In den meisten Fällen sollte die Grund­ver­si­che­rung die Kosten übernehmen (abzüg­lich Selbst­be­tei­li­gung). Wir empfehlen aber, das Heran­ziehen einer Zweit­mei­nung sicher­heits­halber vorgängig mit Ihrer Kranken­kasse abzuklären.

Letzte Aktua­li­sie­rung: September 2019

Ist eine Grippe-Impfung für Menschen mit Epilepsie empfeh­lens­wert?2018–04-27T13:53:39+02:00

Auf jeden Fall, denn bei hohem Fieber im Fall einer Grippe steigt das Anfalls­ri­siko erheb­lich. Die Grippe-Impfung ist sehr gut verträg­lich und ruft keine oder kaum Impfre­ak­tionen hervor.

Weitere Infor­ma­tionen zum Thema Impfungen

Wie können andere bei nächt­li­chen Anfällen gewarnt werden?2019–04-15T16:05:13+02:00

Auf Grand-Mal-Anfälle macht unter Umständen ein schlichtes Babyphon aufmerksam. Anspruchs­vol­lere, aber auch teurere Überwa­chung bieten die Geräte Epi-Care und Emfit, die auf Erschüt­te­rung reagieren; bei Emfit wird zusätz­lich ein Alarm beim Verlassen des Bettes ausge­löst. Das Armband «Night­watch» aus den Nieder­landen misst die Herzfre­quenz und erfasst Bewegungen der schla­fenden Person.

Funktio­nieren diese Systeme nicht und sind die Anfälle häufig und gefähr­lich, bietet epiNightNurse Webcam-Überwachung durch ausge­bil­dete Pflegefachpersonen.

Epi-Care

Emfit

Night­watch

www.epinightnurse.com

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter.

Letzte Aktua­li­sie­rung: April 2019

Gibt es auch tagsüber die Möglich­keit, Angehö­rige bei einem Anfall direkt zu infor­mieren?2018–02-21T10:41:18+01:00

Epi-Care (s. Antwort auf vorige Frage) funktio­niert auch tagsüber.

www.homecare-medical.ch/content/monitoring/epi-care-mobile

 

Eine Alter­na­tive bietet (Infor­ma­tionen auf Englisch):

smart-monitor.com

www.empatica.com

 

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter und übernimmt keine Verantwortung.

Wie kann man dafür sorgen, dass zufäl­lige Zeugen bei einem Anfall das Richtige tun?2020–05-08T10:32:47+02:00

SOS-Karte bestellen

Notfall­arm­bänder sind besser sichtbar als Karten, denn viele Menschen haben Hemmungen, in ein fremdes Porte­mon­naie zu schauen. Anbieter sind beispielsweise:

www.safesportid.com

www.hauptner.ch

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter.

Jemand hat während eines Anfalls die Ambulanz angerufen. Muss ich die Kosten tragen?2020–07-15T12:09:21+02:00

Leider müssen Patienten Ambulanz­fahrten bezahlen, auch wenn die Sanitäter ohne ihr Einver­ständnis alarmiert wurden. Die Kranken­kasse trägt allen­falls einen Teil dieser Kosten.

Unsere Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse infor­miert ausführ­lich zu diesem Thema, gibt Tipps und unter­stützt Betrof­fene mit einem Nothilfefonds.

Letzte Aktua­li­sie­rung: August 2019

Gibt es einen Zusam­men­hang zwischen Epilepsie und psychi­schen Krank­heiten?2018–02-13T16:35:59+01:00

Epilepsie ist keine psychi­sche Krank­heit, aber Epilepsie und psychi­sche Krank­heiten (z.B. Depres­sionen oder Angst­stö­rungen) treten häufig gemeinsam auf – vermut­lich gibt es gemein­same Ursachen, die wir aber nicht genau kennen. Manche Antiepi­lep­tika verstärken zudem diese Tendenz.

Es ist wichtig, solche Störungen behan­deln zu lassen und sich dafür einen guten Psych­iater zu suchen, der wiederum mit dem Neuro­logen Kontakt hat – wir wissen, dass oft auch die Anfälle nachlassen, wenn sich die psychi­sche Situa­tion bessert.

Wie kann ich mich oder andere in einer Fremd­sprache über Epilepsie infor­mieren?2020–12-22T16:10:42+01:00

Auf dieser Seite finden Sie Infor­ma­tionen in insge­samt sieben Sprachen. Gehen Sie dafür auf die Homepage www.epi.ch und klicken Sie ganz oben links auf das Sprachwechsel-Feld. Es gibt Infor­ma­tionen in unter­schied­li­chem Umfang auf Deutsch, Franzö­sisch, Italie­nisch, Englisch, Portu­gie­sisch, Albanisch sowie Bosnisch/Kroatisch/Serbisch.

Hilfreiche Infor­ma­tionen in insge­samt 19 Sprachen (auch auf Deutsch) bietet das Reise­hand­buch des «Inter­na­tional Bureau for Epilepsy».

Letzte Aktua­li­sie­rung: Dezember 2020.

Wie kann ich meinen Kopf, oder den meines Kindes, vor Sturz­ver­let­zungen schützen?2020–07-15T12:07:18+02:00

Sanitäts­häuser bieten spezi­elle Epilep­sie­helme an, für manche tun auch Velohelme gute Dienste. Ribcap bietet neu weiche Helme im Stil von Kappen.

Helme nach Mass

Schutz­kappen

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter und übernimmt keine Verantwortung.

Letzte Aktua­li­sie­rung: August 2019

Corona­virus und Epilepsie

Autor: Stephan Rüegg; Stand der Infor­ma­tionen: 16. Dezember 2020.

Ist die Covid-19-Impfung für Epilep­sie­be­trof­fene empfeh­lens­wert?2021–05-12T10:54:52+02:00

Grund­sätz­lich ja. Wir gehen davon aus, dass eine von Swiss­medic zugelas­sene Impfung alle gebotenen Sicher­heits­stan­dards erfüllt und das Risiko einer Impfung deutlich geringer ist als das einer Covid-19-Erkrankung. Weil Epilepsie allein kein erhöhtes Risiko in Bezug auf Covid-19 darstellt, sollten sich Betrof­fene nach den allge­meinen Empfeh­lungen für ihr Alter richten, falls nicht weitere Risiko­fak­toren hinzukommen.

Jede Impfung kann kurzfris­tige Erkran­kungs­zei­chen wie Kopfschmerzen oder Fieber auslösen. Weil Fieber in manchen Fällen epilep­ti­sche Anfälle auslösen kann, empfehlen wir in diesem Fall, die Körper­tem­pe­ratur durch Waden­wi­ckel oder fieber­sen­kende Medika­mente zu senken. Wechsel­wir­kungen zwischen Impfstoff und Antikon­vul­siva sind äusserst unwahrscheinlich.

Infor­ma­tionen vom BAG zum Thema

Stellung­nahme des Epilep­sie­zen­trums der Univer­sität Freiburg i.Br.

Letzte Aktua­li­sie­rung (Link): 21. Januar 2021

Ist das Corona­virus beson­ders gefähr­lich im Zusam­men­hang mit Epilepsie ?2020–10-22T14:31:09+02:00

Nein, Menschen mit Epilepsie gehören  nicht automa­tisch zur Risiko­gruppe. Das ändert sich, wenn weitere Erkran­kungen hinzukommen.

Neues Corona­virus: Beson­ders gefähr­dete Personen

Trotzdem sollten sich alle vor einer Anste­ckung schützen und die Empfeh­lungen befolgen.

So schützen wir uns

Schaden Epilepsie-Medikamente dem Immun­system und machen damit anfäl­liger?2020–10-22T14:31:19+02:00

Das trifft nur auf wenige Behand­lungs­me­thoden eindeutig zu, zum Beispiel ACTH, Steroide und Immun­the­ra­pien sowie in gerin­gerem Masse für Pheny­toin, Pheno­bar­bital oder Primidon (Mysoline®). Die meisten Epilep­sie­be­trof­fenen haben ein normales Immun­system, wenn es nicht durch andere Krank­heiten oder Behand­lungen geschwächt ist. Antiepi­lep­tika sollten unbedingt weiter regel­mässig einge­nommen werden.

Nehmen die Anfälle durch eine Covid-19-Erkrankung zu?2020–10-22T14:32:37+02:00

Fieber kann epilep­ti­sche Anfälle auslösen. Mögliche Anfalls­aus­löser sind zudem Stress, Ängste oder schlechter Schlaf, unregel­mäs­siges Essen und Trinken oder unregel­mäs­sige Medika­men­ten­ein­nahme (z.B. wegen Erbre­chen). Nach den bishe­rigen Infor­ma­tionen ist die Gefahr für zusätz­liche Anfälle durch Covid-19 für die meisten Epilep­sie­be­trof­fenen eher gering.

Muss ich trotz meiner Epilepsie eine Gesichts­maske tragen?2020–10-22T14:37:14+02:00

Mit einer gut einge­stellten Epilepsie ist das Tragen einer Maske zumutbar. Allen­falls kann eine nicht gut sitzende Maske bei einem Anfall verrut­schen und die Atemwege blockieren. Wichtig ist eine gute Qualität der Maske, sorgfäl­tiges Befes­tigen und bei schwer Betrof­fenen entspre­chende Instruk­tion der Begleit­per­sonen. Sprechen weitere medizi­ni­sche Gründe gegen das Tragen einer Maske, sind diese indivi­duell mit Hausarzt/ärztin bzw. Neuro­logIn zu bespre­chen, der/die dann auch ein entspre­chendes Attest ausstellen kann.

Was tun, wenn die Anfälle nach einer Anste­ckung zunehmen?2020–10-22T14:38:50+02:00

Rufen Sie in diesem Fall Ihre Hausärztin und den behan­delnden Neuro­logen an und folgen Sie deren Anwei­sungen. Mögli­cher­weise ist es in diesem Fall sinnvoll, ein Notfall­me­di­ka­ment vorrätig zu haben. Dauert ein Krampfan­fall länger als 3 Minuten und ist kein Notfall­me­di­ka­ment verfügbar, oder es hilft nicht:  Betrof­fenen vor Verlet­zungen schützen und 144 anrufen.

Mein Arzttermin wurde abgesagt. Was kann ich tun?2020–10-22T14:39:44+02:00

Mögli­cher­weise müssen die Gesund­heits­ein­rich­tungen auf verschieb­bare Eingriffe und Behand­lungen verzichten. Besteht ein dringender Bedarf, sollte eine telefo­ni­sche Konsul­ta­tion möglich sein. Ansonsten muss der Termin zu einem späteren Zeitpunkt nachge­holt werden.

Bleiben meine Medika­mente verfügbar?2020–10-22T14:41:10+02:00

Bereits vor der Pandemie kam es gelegent­lich zu Liefer­eng­pässen von Epilepsie-Medikamenten. Wir empfehlen einen kleinen persön­li­chen Vorrat – kümmern Sie sich recht­zeitig um ein neues Rezept.

Freizeit und Reisen

Stimmt es, dass Alkohol Anfälle hervor­rufen kann?2018–04-27T07:15:54+02:00

Während früher viele Ärzte Menschen mit Epilepsie generell das Trinken von Alkohol verboten haben, weiss man heute, dass gegen das Trinken von Alkohol in kleinen Mengen zum Beispiel bei gesell­schaft­li­chen Anlässen keine vernünf­tigen Einwände bestehen.

Alkoholmissbrauch ist sowohl bei vorbe­stehenden Epilep­sien ungünstig als auch ein Risiko­faktor für das erstma­lige Auftreten eines genera­li­sierten tonisch-klonischen Anfalls überhaupt. Meistens sind dabei nicht die Phasen des Alkohol­trin­kens gefähr­lich, sondern die Stunden und Tage danach, in denen der Alkohol im Körper wieder abgebaut wird und die Konzen­tra­tion zurück­geht. Oft treffen auch Alkohol­entzug, Schlaf­mangel, eine vermin­derte Nahrungs­auf­nahme und Nicht­ein­nahme von Medika­menten zusammen.

Bei schwerem und lang dauerndem Missbrauch von Alkohol können die damit verbun­denen Schädi­gungen des Gehirns zu einer sympto­ma­ti­schen Epilepsie führen, die manchmal auch als «Alkohol­epi­lepsie» bezeichnet wird. Die Hirnschäden können dabei in direkten Auswir­kungen des Alkohols und auch in indirekten Schädi­gungen wie alkohol­be­dingten Stürzen mit Hirnver­let­zungen bestehen.

Was ist zu beachten, wenn Menschen mit Epilepsie verreisen?2019–12-17T14:42:51+01:00

Bei den meisten Menschen mit Epilepsie bestehen keine Bedenken gegen Ferien­reisen. Bei ihnen ist die Liste der Dinge, an die sie bei der Vorbe­rei­tung einer Reise denken müssen, noch ein wenig länger als bei Menschen ohne Epilepsie. Wichtig ist, dass der Tages- und beson­ders auch der Nacht­ab­lauf nicht allzu sehr durch­ein­ander geraten.

Vorlagen für Fern- und Flugreisen

Flyer «Reisen und Epilepsie»

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Letzte Aktua­li­sie­rung: November 2019

Können die Medika­mente auch im Ausland gekauft werden?2018–02-13T17:11:20+01:00

Die meisten Medika­mente sind zwar in den verschie­denen Ländern erhält­lich, gerade bei neueren Präpa­raten ist dies aber nicht immer der Fall. Ausserdem sind die Dosie­rungen und Handels­namen oft unter­schied­lich, was zusätz­lich zu Verwechs­lungen und Problemen führen kann. Bei grösseren Medika­men­ten­vor­räten macht manchmal der Zoll Schwie­rig­keiten, weshalb man sich von seinem Arzt eine kurze Beschei­ni­gung der erfor­der­li­chen Medika­mente ausstellen lassen sollte. Medika­mente im Handge­päck mitnehmen und in den Origi­nal­ver­pa­ckungen belassen.

Was tun bei Zeitver­schie­bungen bei Fernreisen?2018–05-02T13:15:20+02:00

Hier verän­dert sich der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht nur während des Fluges, sondern meist auch noch für die zwei bis drei nachfol­genden Tage. Wann immer möglich sollte man seinen normalen Rhythmus nicht abrupt umstellen.

Das «A» und «O» ist eine regel­mäs­sige Medika­men­ten­ein­nahme. Bei Flügen nach Westen kommt es zu einem «Zeitge­winn» (der Reisetag verlän­gert sich) und bei Flügen nach Osten zu einem «Zeitver­lust» (der Reisetag verkürzt sich). Je nach Ausmass der Zeitver­schie­bung sollte man die Dosis der Medika­mente am Reisetag erhöhen bzw. vermindern.

Faust­regel: Bei Fernreisen während des Flugs die Uhr noch nicht umstellen und Medika­mente zur normalen Zeit einnehmen. Zur Landung Uhr umstellen, dann Medika­mente (u.U. erneut) zur gewohnten Zeit einnehmen. Eine präzi­sere Formel findet sich in unserem Flyer „Reisen und Epilepsie“.

Flyer «Reisen und Epilepsie»

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Dürfen Epilep­sie­be­trof­fene Sport treiben?2019–12-17T14:39:08+01:00

Sport fördert das Wohlbe­finden, steigert das Selbst­ver­trauen und ermög­licht wertvolle zwischen­mensch­liche Kontakte: Eine ideale Freizeit­be­schäf­ti­gung, auch für Menschen mit Epilepsie.

Art der Epilepsie und Häufig­keit der Anfälle beein­flussen die Wahl der Sportart von Epilep­sie­be­trof­fenen. Am besten geeignet sind Sport­arten, die in Gruppen und am Boden ausgeübt werden können. Laut diversen Studien ist das Verlet­zungs­ri­siko von Menschen mit Epilepsie bei fast allen Sport­arten gleich niedrig wie von Gesunden.

Bei Anfalls­frei­heit oder nur sehr wenigen bzw. leichten Anfällen bestehen meist kaum Einschrän­kungen. Man sollte immer darauf achten, sich nicht zu übernehmen, und zu grossen Stress vermeiden.

Flyer «Sport und Epilepsie»

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Wer darf trotz Epilepsie Velo oder E‑Bike fahren?2021–10-12T14:03:54+02:00

Ganz eindeutig ist nur diese Infor­ma­tion: Für «schnelle» E‑Bikes mit Nummern­schild (offiziell «Motor­fahr­räder», auch S‑Pedelecs genannt) gelten die gleichen Regeln wie für Mofas und damit fürs Autofahren. Zudem gilt Helmpflicht und ein Mindest­alter von 14 Jahren (siehe Link unten).

Für normale Velos und „langsame“ Elektro­velos (auch Pedelecs oder offiziell «Leicht-Motorfahrräder») ist die Situa­tion kompli­zierter. Es gibt keine offizi­ellen Regeln, sondern liegt in der Selbst­ver­ant­wor­tung, weil sich Betrof­fene zumin­dest bei vorsich­tigem Fahren haupt­säch­lich selbst gefährden. Ausserdem lässt sich im Fall einer „Aura“ meist schneller reagieren und anhalten als am Steuer eines Wagens. Es hängt also stark von der indivi­du­ellen Situa­tion ab.

Wir empfehlen eine persön­liche Risiko­ein­schät­zung gemeinsam mit dem/der behan­delnden Neurolog*in. Es kann sinnvoll sein, bestimmte Einschrän­kungen einzu­halten, um die Gefahren zu verrin­gern. Zum Beispiel:

  • Fahren nur in verkehrs­be­ru­higten Gebieten oder Parks
  • Langsam und vorsichtig fahren
  • Steile oder ander­weitig gefähr­liche Strecken vermeiden, wo ein Sturz eine erhöhte Gefähr­dung darstellt
  • In Beglei­tung fahren
  • Nur zu einer Tages­zeit fahren, zu der üblicher­weise keine Anfälle auftreten.

Mögli­cher­weise kann auch ein Dreirad sinnvoll sein, um die Sturz­ge­fahr auszuschalten.

Es ist immer ein Abwägen – die einen sind vorsichtig und verzichten freiwillig, andere würden ohne Rad sehr viel Lebens­qua­lität verlieren.

Fahren mit Helm sollte ohnehin selbst­ver­ständ­lich sein, mit Epilepsie erst recht.

Autor: Frédéric Zubler; Stand der Infor­ma­tionen: 22. März 2021. Letzte Aktua­li­sie­rung (Link) 12.10.2021.

Auto fahren und Epilepsie

Mehr Infor­ma­tionen
Was ist bei Aktivi­täten am und im Wasser zu beachten?2018–02-13T17:12:40+01:00

Bei Schwimmen und Wasser­sport gelten beson­dere Vorsichts­mass­nahmen für Menschen mit Epilepsie:

  • Rücksprache wegen der Schwimm­taug­lich­keit mit dem Arzt
  • Nur in ausge­ruhtem Zustand und bei Wohlbe­finden ins Wasser
  • Immer gemeinsam mit einem erfah­renen Schwimmer ins Wasser, der über die vorlie­gende Epilepsie und angemes­sene Erste-Hilfe-Massnahmen unter­richtet ist.
  • Möglichst nur in einem Schwimm­be­cken (Pool) und nur ausnahms­weise in offenen Gewäs­sern schwimmen. Im Zweifels­fall eine Schwimm­weste oder einen Schwimm­kragen tragen sowie Bademeister/Aufsichtspersonen über die Epilepsie informieren.
  • Bei häufigen und schweren Anfällen im Nicht­schwim­mer­be­cken bleiben.
  • Tauchen ist nur bei ausrei­chend langer Anfalls­frei­heit und mit einer entspre­chenden ärztli­chen Beschei­ni­gung erlaubt
  • Boots­fahrten nie alleine unter­nehmen, ebenso Angeln.
  • Bei Fotosen­si­bi­lität Tragen einer polari­sierten Sonnen­brille (Polaroid-Brille).
Wann sollte man beim Fernsehen vorsichtig sein?2018–02-13T17:12:59+01:00

In der Regel ist Fernsehen für Menschen mit einer Epilepsie nicht gefährlich.

Bei einer Fotosen­si­bi­lität sind einige Vorsichts­mass­re­geln sinnvoll, ohne dass aber selbst in diesen Fällen generell vom Fernsehen/Computerspielen abgeraten werden muss:

  • Der Raum sollte tagsüber beim Fernsehen nie ganz abgedun­kelt werden, und abends sollte eine zusätz­liche Raumbe­leuch­tung einge­schaltet werden.
  • Der Abstand zwischen Sitzplatz und Fernseh­gerät sollte mindes­tens 2 Meter betragen.
  • Weil sich eine Fotosen­si­bi­lität in der Regel nur bei beidäu­gigem Sehen bemerkbar macht, sollte beim Annähern an das Gerät (zum Beispiel zum Ausschalten) ein Auge geschlossen oder abgedeckt werden.
  • Beson­ders empfind­liche Betrof­fene können darüber hinaus eine Sonnen­brille tragen (Polaroid-Brille).
Gelten diese Regeln auch für Compu­ter­spiele?2018–03-02T10:16:33+01:00

Menschen mit nachge­wie­sener Fotosen­si­bi­lität sollten bei Compu­ter­spielen folgende Vorsichts­mass­nahmen treffen:

  • Sie sollten Spiele mit bekannter Anfalls­pro­vo­ka­tion meiden.
  • Bei Kindern und Jugend­li­chen sollten Erwach­sene in der Nähe sein, die auch über Notfall­mass­nahmen bei epilep­ti­schen Anfällen infor­miert sind.
  • Bei Video­spielen unter Benut­zung eines Compu­ter­bild­schirms sollte dessen Durch­messer maximal 15 Zoll betragen. Bei grösseren Bildschirmen (und als Video­schirm benutzten Fernseh­ge­räten) sollte der Betrach­tungs­ab­stand mindes­tens das Vierfache der Bildschirm­dia­go­nalen betragen.
  • Lang dauerndes Spielen über mehr als eine Stunde pro Spiel sollte unter­bleiben, ebenso Spielen gleich­zeitig mit anderen anfalls­be­güns­ti­genden Umständen wie Schlaf­entzug, Fieber oder Hunger.

Schule und Arbeit

Können Kinder mit Epilepsie normale Schulen besuchen?2018–02-13T17:13:29+01:00

Weitaus die meisten Kinder mit Epilepsie sind normal intel­li­gent und können wie ihre Mitschüler und Mitschü­le­rinnen dieje­nige Schule besuchen, die ihrer Begabung entspricht. Wenn die Kinder nicht anfalls­frei sind und/oder durch Neben­wir­kungen der Medika­mente längere Kranken­haus­auf­ent­halte notwendig sind oder psycho­so­ziale Belas­tungen entstehen, kann ihre Lern- und Leistungs­fä­hig­keit beein­träch­tigt werden.

Soll man Lehrper­sonen infor­mieren?2020–07-15T12:12:54+02:00

Es ist wichtig, dass Lehrper­sonen und Mitschü­le­rinnen und Mitschüler über die indivi­du­elle Situa­tion des betrof­fenen Kindes Bescheid wissen, so dass sie bei einem allfäl­ligen Anfall besonnen reagieren können.

Ein eigens entwi­ckeltes Formular hilft bei der Kommu­ni­ka­tion zwischen Neuro­päd­iater, Eltern und Lehrpersonen.

Formular zum Download

Mehr Infor­ma­tionen zum Thema bei unserer Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse.

Letzte Aktua­li­sie­rung: Juli 2019

Darf ein Kind mit Epilepsie auf die Schul­reise bzw. am Sport­un­ter­richt teilnehmen?2018–02-13T17:14:13+01:00

Für die soziale Integra­tion ist es von grosser Bedeu­tung, dass die Kinder so wenig wie möglich in eine Sonder­si­tua­tion gedrängt werden. Regel­mäs­sige körper­liche Anstren­gung ist weder gefähr­lich noch anfalls­för­dernd. Aller­dings müssen Sport­arten gemieden werden, bei denen ein Anfall ein grosses Unfall­ri­siko bedeuten würde. 

Mehr zum Thema Sport

Während der Schul­reise müssen die Medika­mente auch regel­mässig einge­nommen und Extrem­si­tua­tionen wie Schlaf­mangel, starke Sonnen­be­strah­lung und exzes­sive körper­liche Anstren­gung vermieden werden. 

Kann ein Mensch mit Epilepsie jeden Beruf erlernen bzw. ausüben?2019–12-17T14:50:34+01:00

Grund­sätz­lich gibt es für die Berufs­wahl keine Einschrän­kung, wenn

  • unter medika­men­töser Behand­lung zwei Jahre Anfalls­frei­heit besteht
  • nach opera­tiver Behand­lung ein Jahr Anfalls­frei­heit besteht
  • seit mehr als drei Jahren Anfälle nur im Schlaf auftreten oder
  • wenn ausschliess­lich Anfälle mit arbeits­me­di­zi­nisch nicht bedeut­samen Symptomen bestehen (kein Sturz, keine Bewusst­seins­stö­rung, keine Störung der Körpermotorik).

Berufe, für die der Führer­schein unbedingt erfor­der­lich ist, sollten eher nicht in Betracht gezogen werden.

Infor­ma­tionen unserer Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse

Flyer «Arbeit und Epilepsie»

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Schicht­ar­beit und Epilepsie, verträgt sich das?2018–02-13T17:14:45+01:00

Schicht­ar­beit könnte sich wegen des unregel­mäs­sigen Schlaf-Wach-Rhythmus ungünstig auswirken.

Kann eine Epilepsie zu beruf­li­chen Einschrän­kungen oder sogar zur Arbeits­un­fä­hig­keit im ausge­übten Beruf führen?2018–02-13T17:21:40+01:00

Sogenannte „quali­ta­tive Einschrän­kungen“ können auch bei sonstiger Gesund­heit zu einer (mögli­cher­weise vorüber­ge­henden) 100% Arbeits­un­fä­hig­keit im angestammten Beruf führen. Das gilt insbe­son­dere für gefähr­liche Arbeiten (z.B. mit Maschinen oder Schuss­waffen), die Aufsicht von Schutz­be­foh­lenen, Nacht­ar­beit, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie bei notwen­diger Fahreig­nung, auch z.B. auf dem Gabelstapler.

Beruf­lich einschrän­kend ist eine Epilepsie, wenn im Anfall Bewusst­seins­stö­rungen auftreten, wenn es zum Verlust der Haltungs­kon­trolle kommt (Sturz, zu Boden gehen), wenn eine Störung der Körper­mo­torik oder unange­passte Handlungen auftreten.

Die Leistungs­fä­hig­keit von Menschen mit gut einge­stellter Epilepsie ist norma­ler­weise kaum beein­träch­tigt, abgesehen von immer noch vorhan­denen Vorur­teilen. Statis­tisch gesehen sind Ausfall­zeiten bei Menschen mit Epilepsie nicht höher als bei anderen Beschäftigten.

Wer kann mich zu Schwie­rig­keiten in der Schule, bei der Berufs­wahl oder im Beruf beraten?2018–02-13T17:15:17+01:00

Die Patien­ten­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse bietet Sozial­be­ra­tungen an. Ausserdem gibt es die Sozial­be­ra­tung der Epilepsie-Klinik der Klinik Lengg in Zürich.

www.epi-suisse.ch

Sozial­be­ra­tung Klinik Lengg, Zürich

Sexua­lität, Verhü­tung, Kinderwunsch

Kann Geschlechts­ver­kehr Anfälle auslösen?2018–02-13T17:15:31+01:00

Nur sehr selten wurde beobachtet, dass epilep­ti­sche Anfälle durch Geschlechts­ver­kehr ausge­löst werden. Obwohl dies also in aller Regel nicht zu befürchten ist, kann es dennoch sinnvoll sein, Intim­part­ne­rinnen bzw. ‑partner darüber zu infor­mieren, was sie bei einem eventu­ellen Anfall tun sollten.

Kann Epilepsie das sexuelle Verlangen verrin­gern?2019–12-12T16:05:36+01:00

Eine der häufigsten sexuellen Auswir­kungen einer Epilepsie besteht in der Abnahme des sexuellen Verlan­gens. Das Ausmass hängt dabei unter anderem von der Art und Schwere der Epilepsie ab. Für Männer mit Epilepsie sind auch Erekti­ons­stö­rungen ein häufiges Problem.

Flyer «Mann und Epilepsie»

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Haben Antiepi­lep­tika Auswir­kungen auf die Sexua­lität?2018–02-13T17:15:52+01:00

Fast alle Medika­mente zur Behand­lung epilep­ti­scher Anfälle können als Neben­wir­kung zu einer Abnahme der Sexua­lität führen. Einige dieser Medika­mente können darüber hinaus eine vermehrte Müdig­keit verur­sa­chen. Auch Neben­wir­kungen an der Haut sind möglich.

Dürfen epilep­sie­be­trof­fene Frauen mit der „Pille» verhüten?2018–04-30T09:06:09+02:00

Die Antiba­by­pille hat zwar keinen Einfluss auf Häufig­keit und Schwere epilep­ti­scher Anfälle, kann aber Wechsel­wir­kungen mit Antiepi­lep­tika aufweisen. Zum einen kann die Pille den Blutspiegel und damit die Wirkung von Antiepi­lep­tika senken, insbe­son­dere bei Lamotrigin (Handels­name z.B. Lamictal).

Zum anderen kann die Einnahme bestimmter Antiepi­lep­tika die Wirksam­keit der Antiba­by­pille verrin­gern, so dass ein Risiko ungewollter Schwan­ger­schaften besteht.

Vor Einnahme der Antiba­by­pille oder anderer Hormon­prä­pa­rate sollte das Thema unbedingt mit dem behan­delnden Neuro­logen und Gynäko­logen bespro­chen werden. Sofern möglich, sollten Antiepi­lep­tika einge­setzt werden, die keinen Einfluss auf die Wirksam­keit der Pille haben.

Ausführ­li­chere Infor­ma­tionen für Fachper­sonen zum Download

Gibt besser geeig­nete Verhü­tungs­me­thoden?2018–02-13T17:16:22+01:00

Zu den alter­na­tiven Verhü­tungs­me­thoden gehören Spirale (Hormon- oder Kupfer­spi­rale) sowie Barrie­re­me­thoden wie Kondom oder Diaphragma (Pessar). Mit diesen Methoden gehen epilep­sie­be­trof­fene Frauen ein sehr geringes oder gar kein Risiko unerwünschter Wechsel­wir­kungen ein. Aller­dings sind einige dieser Methoden weniger sicher als die Antibabypille.

Was ist bei Kinder­wunsch oder Schwan­ger­schaft zu beachten?2018–05-02T13:18:57+02:00

Medika­mente und Wechselwirkungen

Diese Fragen betreffen Fachper­sonen oder sollten mit Medizi­nern bespro­chen werden.

Kann es bei Impfungen Schwie­rig­keiten geben?2021–03-22T11:44:20+01:00

Grund­sätz­lich gilt: Gleicher Impfschutz wie bei Menschen ohne Epilepsie. Prinzi­piell gilt dies auch bei Kindern, wobei sich bei gewissen Impfungen eine Fieber­pro­phy­laxe empfiehlt, zum Beispiel bei der Dreifachimp­fung gegen Diphtherie, Starr­krampf (Tetanus) und Keuch­husten (Pertussis), auch als DiTePer-Impfung bekannt.

Nur bei einigen seltenen Epilep­sie­formen wird manchmal dazu geraten, die Kinder für Impfungen einige Tage stationär aufzunehmen.

Siehe auch unsere Antworten auf Fragen zum Corona­virus.

Wann sollte man das Impfen verschieben?2020–06-02T16:43:03+02:00

Bei gehäuften Anfällen, während einer medika­men­tösen Umstel­lung oder während einer Behand­lung mit ACTH oder Korti­kos­te­ro­iden sollte eine nicht unbedingt erfor­der­liche Impfung sicher­heits­halber zurück­ge­stellt werden.

Auf welche Impfungen könnte man gegebe­nen­falls auch verzichten?2020–06-02T16:45:53+02:00

Impfungen gegen Cholera, Gelbfieber, Frühsommer-Meningoenzephalitis (aktiv) und Tollwut sollten Menschen mit Epilepsie nur dann verab­reicht werden, wenn sie wirklich erfor­der­lich sind.

Bei Kindern mit Epilepsie wird meist von Spritz­imp­fungen gegen die «Reise­krank­heiten» Typhus, Gelbfieber und Cholera abgeraten. Gegen Typhus steht als Alter­na­tive eine Schluck­imp­fung zur Verfü­gung. Auch für Erwach­sene mit Epilepsie sind die Indika­tionen dieser Spritz­imp­fungen zurück­hal­tend zu stellen.

Wie steht es mit der Malaria-Prophylaxe?2020–06-02T16:40:47+02:00

Atovaquon/Proguanil (Malarone®/ Malarone junior®) ist das einzige Malaria-Medikament, das die Anfalls­schwelle nicht senkt, und deshalb die Prophy­laxe der Wahl für Epilepsiebetroffene.

Welche Antibio­tika können bei bekannter Epilepsie verordnet werden, von welchen ist abzuraten?2020–06-02T16:48:38+02:00

Ein Artikel gibt Fachper­sonen Auskunft, welche Medika­mente bei Patienten mit Epilepsie empfeh­lens­wert sind und welche vermieden werden sollten.

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Kann eine Massage oder Inhala­tion mit ätheri­schen Ölen Anfälle auslösen?2021–03-23T15:54:14+01:00

In diesem Zusam­men­hang gibt es unter­schied­liche Erfah­rungen, es hängt natür­lich auch von der Dosie­rung und der Schwere der Epilepsie ab. Für Betrof­fene mit häufigen und schweren Anfällen empfehlen wir, eher auf Öle zu verzichten oder aber diese nur mit grosser Vorsicht (z.B. liegend im Bett) anzuwenden. Selbst­ver­ständ­lich ist zu beobachten, ob im Rahmen der Anwen­dung vermehrt Anfälle auftreten.

Erfah­rungen in Bezug auf einzelne Öle:
Öle mit Lavendel, Campher, Menthol, Eukalyptus, Anis und Kümmel dürften unpro­ble­ma­tisch sein.
Vorsicht ist geboten bei Fenchel, Salbei oder Rosmarinöl.

Autoren: Stephan Rüegg, Frédéric Zubler
Letzte Aktua­li­sie­rung: März 2021

Eignet sich Cannabis (Hanf) als Epilepsie-Medikament?2021–09-03T15:48:46+02:00

Seit längerem vermu­tete man eine anfalls­un­ter­drü­ckende Wirkung von Canna­b­idiol (CBD), dem nicht-rauschauslösenden und kaum psych­ia­tri­sche Neben­wir­kungen aufwei­senden Inhalts­stoff im Saat-Hanf (Cannabis sativa). Die Bericht­erstat­tung über spekta­ku­läre Einzel­fälle in den Medien hat die Erwar­tungen hochgeschraubt.

Seit 2021 ist das Cannabidiol-Präparat Epidyolex® in der Schweiz zugelassen als Zusatz­the­rapie gegen Krampf­an­fälle für Kinder ab zwei Jahren und Erwach­sene mit den seltenen, schweren Epilep­sie­formen Dravet-Syndrom oder Lennox-Gastaut-Syndrom. Zuvor waren entspre­chende kontrol­lierte Studien erfolg­reich durch­ge­führt worden.

Für andere schwer behan­del­bare Epilep­sie­formen besteht noch keine Zulas­sung. In begrün­deten Fällen kann der Neurologe/die Neuro­login auf Wunsch aber Epidyolex® „off-Label“ verschreiben und ein Gesuch an die Kranken­ver­si­che­rung zur Kosten­über­nahme stellen.

Im Gegen­satz zu dem, was viele vermuten, verur­sacht auch CBD Neben­wir­kungen (z.B. Schläf­rig­keit, Appetit­ver­lust, Durch­fall und gelegent­lich parado­xer­weise auch eine Zunahme von Krampf­an­fällen) und kann Wechsel­wir­kungen mit anderen Medika­menten haben.

Swiss­medic bietet einen Überblick mit Vollzugs­hilfe über Produkte mit Canna­b­idiol an.

Letzte Aktua­li­sie­rung: September 2021

Fragen und Antworten wurden 2018 zusam­men­ge­stellt. Aktua­li­sie­rungen sind unter den jewei­ligen Fragen vermerkt.

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