FAQ2022-02-03T15:18:23+01:00

Häufig gestellte Fragen

Die auf dieser Website zur Verfü­gung gestellten Infor­ma­tionen ersetzen den Arztbe­such nicht, sie sollen viel eher dazu dienen, das Gespräch zwischen Patient und Arzt zu fördern.

Epilepsie allge­mein

Ist Epilepsie tödlich?2020–10-23T17:57:48+02:00

Epilepsie selbst ist nicht tödlich.

Durch Anfälle besteht eine erhöhte Gefahr z.B. zu ertrinken oder einen tödli­chen Unfall zu erleiden. Hört ein Grand-Mal-Anfall nicht von alleine auf (Status epilep­ticus), besteht ernst­haft Lebens­ge­fahr. Selten können Epilep­sie­be­trof­fene auch im Kopfkissen ersti­cken, wenn sie nachts bei einem Anfall allein sind, oder sterben aus unbekannten Gründen („sudden unexpected death in epilepsy“, SUDEP).

Flyer «SUDEP»

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Lassen sich die Neben­wir­kungen von Medika­menten verrin­gern?2021–11-08T14:18:05+01:00

Ja, es gibt dafür einige Tipps:

  • Medika­ment langsam aufdo­sieren («einschlei­chen»)
  • Kommt es zu Neben­wir­kungen am Morgen: In Absprache mit dem Arzt Morgen­dosis verrin­gern oder auf zwei Einnah­me­zeit­punkte aufteilen
  • Kommt es zu Neben­wir­kungen am Abend: Dosis entweder aufteilen oder erst kurz vor dem Schla­fen­gehen einnehmen
  • Gegen Magen­schmerzen: Medika­mente zum Essen einnehmen
  • Gegen Harndrang: Beckenbodentraining
  • Gegen Reizbar­keit: Entspan­nungs­tech­niken wie z.B. Yoga.

Autor: Frédéric Zubler
Letzte Aktua­li­sie­rung: November 2021

Lässt sich Epilepsie heilen?2018–02-13T16:28:48+01:00

Unter Umständen ja. Bestimmte Epilep­sie­formen (z.B. Rolando-Epilepsie) wachsen sich beim Erwach­sen­werden aus, die Medika­mente können dann abgesetzt werden. Es gibt bei einigen Betrof­fenen (2–3%) auch die Möglich­keit, mit einer Opera­tion den Anfalls­herd zu entfernen. Verläuft der Eingriff positiv, lebt ein Teil der Betrof­fenen nachher ohne Medika­mente anfallsfrei.

Welche Infor­ma­tionen über einen erlebten und beobach­teten Anfall könnten bei der Diagnose helfen?2018–09-25T14:08:48+02:00

Details dazu finden Sie in unserem Flyer „Wichtige Merkmale von Anfällen“. Mit Einver­ständnis des Betrof­fenen empfiehlt sich zudem, Anfälle zu filmen, z.B. mit dem Smartphone.

Flyer «Wichtige Merkmale von Anfällen»

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Warum ist es wichtig, dass Patient/in und Arzt/Ärztin gut zusam­men­ar­beiten?2019–12-17T14:53:43+01:00

Medika­mente wirken nur, wenn sie regel­mässig einge­nommen werden – Basis dafür ist ein Vertrau­ens­ver­hältnis zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin. Letztere sollten sich ausrei­chend Zeit nehmen und offene Fragen beant­worten. Dafür ist es nützlich, wenn sich die Patienten vorbe­reiten und Beobach­tungen und Fragen notieren. Wer sich nicht gut betreut fühlt, kann sich nach einer Alter­na­tive umsehen oder eine Zweit­mei­nung einholen.

Spezia­listen finden

Vorbe­rei­tung auf den Arztbesuch

Flyer «Zusam­men­ar­beit mit dem Arzt»

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Ich möchte gerne eine Zweit­mei­nung einholen, will meinen Arzt/Ärztin aber nicht verär­gern. Wie gehe ich vor?2020–07-15T12:05:10+02:00

Gute Mediziner haben damit kein Problem, sondern sind bei schwie­rigen Entscheiden oft sogar froh, wenn ein erfah­rener Kollege seine Meinung äussert. Mögli­cher­weise kann er/sie sogar jemanden empfehlen. Sprechen Sie offen mit Ihrem behan­delnden Arzt darüber und bitten Sie ihn, Ihre Kranken­akte dem gewünschten Arzt weiterzuleiten.

In den meisten Fällen sollte die Grund­ver­si­che­rung die Kosten übernehmen (abzüg­lich Selbst­be­tei­li­gung). Wir empfehlen aber, das Heran­ziehen einer Zweit­mei­nung sicher­heits­halber vorgängig mit Ihrer Kranken­kasse abzuklären.

Letzte Aktua­li­sie­rung: September 2019

Ist eine Grippe-Impfung für Menschen mit Epilepsie empfeh­lens­wert?2018–04-27T13:53:39+02:00

Auf jeden Fall, denn bei hohem Fieber im Fall einer Grippe steigt das Anfalls­ri­siko erheb­lich. Die Grippe-Impfung ist sehr gut verträg­lich und ruft keine oder kaum Impfre­ak­tionen hervor.

Weitere Infor­ma­tionen zum Thema Impfungen

Wie können andere bei nächt­li­chen Anfällen gewarnt werden?2022–04-08T10:52:38+02:00

Auf Grand-Mal-Anfälle macht unter Umständen ein schlichtes Babyphon aufmerksam. Anspruchs­vol­lere, aber auch teurere Überwa­chung bieten die Geräte Epi-Care und Emfit, die auf Erschüt­te­rung reagieren; bei Emfit wird zusätz­lich ein Alarm beim Verlassen des Bettes ausge­löst. Das Armband «Night­watch» aus den Nieder­landen misst die Herzfre­quenz und erfasst Bewegungen der schla­fenden Person.

Funktio­nieren diese Systeme nicht und sind die Anfälle häufig und gefähr­lich, bietet epiNightNurse Webcam-Überwachung durch ausge­bil­dete Pflegefachpersonen.

Epi-Care

Emfit

Night­watch

www.epinightnurse.com

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter.

Letzte Aktua­li­sie­rung (Link): April 2022

Gibt es auch tagsüber die Möglich­keit, Angehö­rige bei einem Anfall direkt zu infor­mieren?2018–02-21T10:41:18+01:00

Epi-Care (s. Antwort auf vorige Frage) funktio­niert auch tagsüber.

www.homecare-medical.ch/content/monitoring/epi-care-mobile

 

Eine Alter­na­tive bietet (Infor­ma­tionen auf Englisch):

smart-monitor.com

www.empatica.com

 

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter und übernimmt keine Verantwortung.

Wie kann man dafür sorgen, dass zufäl­lige Zeugen bei einem Anfall das Richtige tun?2020–05-08T10:32:47+02:00

SOS-Karte bestellen

Notfall­arm­bänder sind besser sichtbar als Karten, denn viele Menschen haben Hemmungen, in ein fremdes Porte­mon­naie zu schauen. Anbieter sind beispielsweise:

www.safesportid.com

www.hauptner.ch

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter.

Jemand hat während eines Anfalls die Ambulanz angerufen. Muss ich die Kosten tragen?2020–07-15T12:09:21+02:00

Leider müssen Patienten Ambulanz­fahrten bezahlen, auch wenn die Sanitäter ohne ihr Einver­ständnis alarmiert wurden. Die Kranken­kasse trägt allen­falls einen Teil dieser Kosten.

Unsere Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse infor­miert ausführ­lich zu diesem Thema, gibt Tipps und unter­stützt Betrof­fene mit einem Nothilfefonds.

Letzte Aktua­li­sie­rung: August 2019

Gibt es einen Zusam­men­hang zwischen Epilepsie und psychi­schen Krank­heiten?2018–02-13T16:35:59+01:00

Epilepsie ist keine psychi­sche Krank­heit, aber Epilepsie und psychi­sche Krank­heiten (z.B. Depres­sionen oder Angst­stö­rungen) treten häufig gemeinsam auf – vermut­lich gibt es gemein­same Ursachen, die wir aber nicht genau kennen. Manche Antiepi­lep­tika verstärken zudem diese Tendenz.

Es ist wichtig, solche Störungen behan­deln zu lassen und sich dafür einen guten Psych­iater zu suchen, der wiederum mit dem Neuro­logen Kontakt hat – wir wissen, dass oft auch die Anfälle nachlassen, wenn sich die psychi­sche Situa­tion bessert.

Wie kann ich mich oder andere in einer Fremd­sprache über Epilepsie infor­mieren?2020–12-22T16:10:42+01:00

Auf dieser Seite finden Sie Infor­ma­tionen in insge­samt sieben Sprachen. Gehen Sie dafür auf die Homepage www.epi.ch und klicken Sie ganz oben links auf das Sprachwechsel-Feld. Es gibt Infor­ma­tionen in unter­schied­li­chem Umfang auf Deutsch, Franzö­sisch, Italie­nisch, Englisch, Portu­gie­sisch, Albanisch sowie Bosnisch/Kroatisch/Serbisch.

Hilfreiche Infor­ma­tionen in insge­samt 19 Sprachen (auch auf Deutsch) bietet das Reise­hand­buch des «Inter­na­tional Bureau for Epilepsy».

Letzte Aktua­li­sie­rung: Dezember 2020.

Wie kann ich meinen Kopf, oder den meines Kindes, vor Sturz­ver­let­zungen schützen?2021–11-25T09:45:27+01:00

Sanitäts­häuser bieten spezi­elle Epilep­sie­helme an, für manche tun auch Velohelme gute Dienste. Ribcap bietet neu weiche Helme im Stil von Kappen.

Helme nach Mass

Schutz­kappen

Hinweis: Die Epilepsie-Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter und übernimmt keine Verantwortung.

Letzte Aktua­li­sie­rung: November 2021

Haben Epilep­sie­be­trof­fene häufiger Knochen­brüche als andere?2021–11-02T11:30:23+01:00

Tenden­ziell ja, das Risiko ist 2–3‑mal so hoch wie bei Menschen ohne Epilepsie. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen:

  • Stürze durch Anfälle
  • Gangun­si­cher­heiten, die durch manche Medika­mente verur­sacht werden
  • Grund­er­kran­kungen, z.B. Tumoren
  • Osteo­po­rose, die durch manche, eher ältere Antikon­vul­siva mitver­ur­sacht werden kann.

Zur Vorsorge empfehlen wir regel­mäs­sige Bewegung, wenig oder gar kein Nikotin und Alkohol sowie, in Absprache mit Arzt oder Ärztin, die Einnahme von Calcium und Vitamin D. Wer über 50 ist und 10 Jahre oder mehr ein älteres Antikon­vul­sivum genommen hat (Carba­ma­zepin, Oxcar­ba­zepin, Pheno­bar­bital, Pheny­toin, Primidon oder Valproat), sollte mit dem Arzt oder der Ärztin über eine mögliche Messung der Knochen­dichte sprechen, um das Risiko von Osteo­po­rose einzuschätzen.

Letzte Aktua­li­sie­rung: November 2021
Autor: Frédéric Zubler

Erklär­video «Corona­virus und Epilepsie»

Covid-19 ist für Menschen mit Epilepsie nicht gefähr­li­cher als für andere; eine Impfung ist ratsam.

Dezember 2021.

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Corona­virus und Epilepsie

Autor: Stephan Rüegg; Stand der Infor­ma­tionen: Januar 2022.

Ist die Covid-19-Impfung für Epilep­sie­be­trof­fene empfeh­lens­wert?2022–01-12T17:23:12+01:00

Ja. Die aller­meisten Experten sind sich einig, dass die Vorteile einer solchen Impfung deutlich die Risiken überwiegen. Inzwi­schen sind weltweit Milli­arden Menschen geimpft, die Folgen werden genau unter­sucht. Es gibt keine wissen­schaft­li­chen Daten, die darauf hinweisen, dass Epilep­sie­be­trof­fene häufiger oder schwe­rere Neben­wir­kungen durch eine Covid-19-Impfung erleiden – das gilt insbe­son­dere auch für epilep­ti­sche Anfälle.

Jede Impfung kann kurzfris­tige Erkran­kungs­zei­chen wie Kopfschmerzen oder Fieber hervor­rufen. Weil Fieber in manchen Fällen epilep­ti­sche Anfälle auslösen kann, empfehlen wir in diesem Fall, die Körper­tem­pe­ratur durch Waden­wi­ckel oder fieber­sen­kende Medika­mente zu senken. Wechsel­wir­kungen zwischen den Impfstoffen und Antikon­vul­siva sind bisher nicht bekannt.

Die Impfstelle sollte sicher­heits­halber über eine vorhan­dene Epilepsie infor­miert werden, ausserdem über bestehende Aller­gien und Medikamente.

Infor­ma­tionen vom BAG zum Thema

Stellung­nahme des Epilep­sie­zen­trums der Univer­sität Freiburg i.Br.

Letzte Aktua­li­sie­rung: 12. Januar 2022

Ist das Corona­virus beson­ders gefähr­lich im Zusam­men­hang mit Epilepsie ?2022–04-08T10:44:29+02:00

Nein, Menschen mit Epilepsie gehören  nicht automa­tisch zur Risiko­gruppe. Das ändert sich, wenn weitere Erkran­kungen hinzukommen.

Infor­ma­tionen zum Corona­virus vom BAG

Trotzdem sollten sich alle vor einer Anste­ckung schützen und die Empfeh­lungen befolgen.

So schützen wir uns

Schaden Epilepsie-Medikamente dem Immun­system und machen damit anfäl­liger?2020–10-22T14:31:19+02:00

Das trifft nur auf wenige Behand­lungs­me­thoden eindeutig zu, zum Beispiel ACTH, Steroide und Immun­the­ra­pien sowie in gerin­gerem Masse für Pheny­toin, Pheno­bar­bital oder Primidon (Mysoline®). Die meisten Epilep­sie­be­trof­fenen haben ein normales Immun­system, wenn es nicht durch andere Krank­heiten oder Behand­lungen geschwächt ist. Antiepi­lep­tika sollten unbedingt weiter regel­mässig einge­nommen werden.

Nehmen die Anfälle durch eine Covid-19-Erkrankung zu?2020–10-22T14:32:37+02:00

Fieber kann epilep­ti­sche Anfälle auslösen. Mögliche Anfalls­aus­löser sind zudem Stress, Ängste oder schlechter Schlaf, unregel­mäs­siges Essen und Trinken oder unregel­mäs­sige Medika­men­ten­ein­nahme (z.B. wegen Erbre­chen). Nach den bishe­rigen Infor­ma­tionen ist die Gefahr für zusätz­liche Anfälle durch Covid-19 für die meisten Epilep­sie­be­trof­fenen eher gering.

Muss ich trotz meiner Epilepsie eine Gesichts­maske tragen?2020–10-22T14:37:14+02:00

Mit einer gut einge­stellten Epilepsie ist das Tragen einer Maske zumutbar. Allen­falls kann eine nicht gut sitzende Maske bei einem Anfall verrut­schen und die Atemwege blockieren. Wichtig ist eine gute Qualität der Maske, sorgfäl­tiges Befes­tigen und bei schwer Betrof­fenen entspre­chende Instruk­tion der Begleit­per­sonen. Sprechen weitere medizi­ni­sche Gründe gegen das Tragen einer Maske, sind diese indivi­duell mit Hausarzt/ärztin bzw. Neuro­logIn zu bespre­chen, der/die dann auch ein entspre­chendes Attest ausstellen kann.

Was tun, wenn die Anfälle nach einer Anste­ckung zunehmen?2020–10-22T14:38:50+02:00

Rufen Sie in diesem Fall Ihre Hausärztin und den behan­delnden Neuro­logen an und folgen Sie deren Anwei­sungen. Mögli­cher­weise ist es in diesem Fall sinnvoll, ein Notfall­me­di­ka­ment vorrätig zu haben. Dauert ein Krampfan­fall länger als 3 Minuten und ist kein Notfall­me­di­ka­ment verfügbar, oder es hilft nicht:  Betrof­fenen vor Verlet­zungen schützen und 144 anrufen.

Mein Arzttermin wurde abgesagt. Was kann ich tun?2020–10-22T14:39:44+02:00

Mögli­cher­weise müssen die Gesund­heits­ein­rich­tungen auf verschieb­bare Eingriffe und Behand­lungen verzichten. Besteht ein dringender Bedarf, sollte eine telefo­ni­sche Konsul­ta­tion möglich sein. Ansonsten muss der Termin zu einem späteren Zeitpunkt nachge­holt werden.

Bleiben meine Medika­mente verfügbar?2020–10-22T14:41:10+02:00

Bereits vor der Pandemie kam es gelegent­lich zu Liefer­eng­pässen von Epilepsie-Medikamenten. Wir empfehlen einen kleinen persön­li­chen Vorrat – kümmern Sie sich recht­zeitig um ein neues Rezept.

Infor­ma­tionen in weiteren Sprachen

Englisch
Albanisch
Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
Portu­gie­sisch
Türkisch

Freizeit und Reisen

Stimmt es, dass Alkohol Anfälle hervor­rufen kann?2021–12-16T16:47:54+01:00

Während früher viele Ärzte Menschen mit Epilepsie generell das Trinken von Alkohol verboten haben, weiss man heute, dass gegen das Trinken von Alkohol in kleinen Mengen zum Beispiel bei gesell­schaft­li­chen Anlässen keine vernünf­tigen Einwände bestehen.

Alkoholmissbrauch ist sowohl bei vorbe­stehenden Epilep­sien ungünstig als auch ein Risiko­faktor für das erstma­lige Auftreten eines genera­li­sierten tonisch-klonischen Anfalls überhaupt. Meistens sind dabei nicht die Phasen des Alkohol­trin­kens gefähr­lich, sondern die Stunden und Tage danach, in denen der Alkohol im Körper wieder abgebaut wird und die Konzen­tra­tion zurück­geht. Oft treffen auch Alkohol­entzug, Schlaf­mangel, eine vermin­derte Nahrungs­auf­nahme und Nicht­ein­nahme von Medika­menten zusammen.

Bei schwerem und lang dauerndem Missbrauch von Alkohol können die damit verbun­denen Schädi­gungen des Gehirns zu einer sympto­ma­ti­schen Epilepsie führen, die manchmal auch als «Alkohol­epi­lepsie» bezeichnet wird. Die Hirnschäden können dabei in direkten Auswir­kungen des Alkohols und auch in indirekten Schädi­gungen wie alkohol­be­dingten Stürzen mit Hirnver­let­zungen bestehen.

Erklär­video «Epilepsie und Alkohol»

Kleine Mengen Alkohol sind für die meisten Menschen mit Epilepsie harmlos.

Epilepsie-Liga 2021.

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Was ist zu beachten, wenn Menschen mit Epilepsie verreisen?2019–12-17T14:42:51+01:00

Bei den meisten Menschen mit Epilepsie bestehen keine Bedenken gegen Ferien­reisen. Bei ihnen ist die Liste der Dinge, an die sie bei der Vorbe­rei­tung einer Reise denken müssen, noch ein wenig länger als bei Menschen ohne Epilepsie. Wichtig ist, dass der Tages- und beson­ders auch der Nacht­ab­lauf nicht allzu sehr durch­ein­ander geraten.

Vorlagen für Fern- und Flugreisen

Flyer «Reisen und Epilepsie»

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Letzte Aktua­li­sie­rung: November 2019

Können die Medika­mente auch im Ausland gekauft werden?2018–02-13T17:11:20+01:00

Die meisten Medika­mente sind zwar in den verschie­denen Ländern erhält­lich, gerade bei neueren Präpa­raten ist dies aber nicht immer der Fall. Ausserdem sind die Dosie­rungen und Handels­namen oft unter­schied­lich, was zusätz­lich zu Verwechs­lungen und Problemen führen kann. Bei grösseren Medika­men­ten­vor­räten macht manchmal der Zoll Schwie­rig­keiten, weshalb man sich von seinem Arzt eine kurze Beschei­ni­gung der erfor­der­li­chen Medika­mente ausstellen lassen sollte. Medika­mente im Handge­päck mitnehmen und in den Origi­nal­ver­pa­ckungen belassen.

Was tun bei Zeitver­schie­bungen bei Fernreisen?2018–05-02T13:15:20+02:00

Hier verän­dert sich der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht nur während des Fluges, sondern meist auch noch für die zwei bis drei nachfol­genden Tage. Wann immer möglich sollte man seinen normalen Rhythmus nicht abrupt umstellen.

Das «A» und «O» ist eine regel­mäs­sige Medika­men­ten­ein­nahme. Bei Flügen nach Westen kommt es zu einem «Zeitge­winn» (der Reisetag verlän­gert sich) und bei Flügen nach Osten zu einem «Zeitver­lust» (der Reisetag verkürzt sich). Je nach Ausmass der Zeitver­schie­bung sollte man die Dosis der Medika­mente am Reisetag erhöhen bzw. vermindern.

Faust­regel: Bei Fernreisen während des Flugs die Uhr noch nicht umstellen und Medika­mente zur normalen Zeit einnehmen. Zur Landung Uhr umstellen, dann Medika­mente (u.U. erneut) zur gewohnten Zeit einnehmen. Eine präzi­sere Formel findet sich in unserem Flyer „Reisen und Epilepsie“.

Flyer «Reisen und Epilepsie»

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Dürfen Epilep­sie­be­trof­fene Sport treiben?2019–12-17T14:39:08+01:00

Sport fördert das Wohlbe­finden, steigert das Selbst­ver­trauen und ermög­licht wertvolle zwischen­mensch­liche Kontakte: Eine ideale Freizeit­be­schäf­ti­gung, auch für Menschen mit Epilepsie.

Art der Epilepsie und Häufig­keit der Anfälle beein­flussen die Wahl der Sportart von Epilep­sie­be­trof­fenen. Am besten geeignet sind Sport­arten, die in Gruppen und am Boden ausgeübt werden können. Laut diversen Studien ist das Verlet­zungs­ri­siko von Menschen mit Epilepsie bei fast allen Sport­arten gleich niedrig wie von Gesunden.

Bei Anfalls­frei­heit oder nur sehr wenigen bzw. leichten Anfällen bestehen meist kaum Einschrän­kungen. Man sollte immer darauf achten, sich nicht zu übernehmen, und zu grossen Stress vermeiden.

Flyer «Sport und Epilepsie»

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Wer darf trotz Epilepsie Velo oder E‑Bike fahren?2021–10-12T14:03:54+02:00

Ganz eindeutig ist nur diese Infor­ma­tion: Für «schnelle» E‑Bikes mit Nummern­schild (offiziell «Motor­fahr­räder», auch S‑Pedelecs genannt) gelten die gleichen Regeln wie für Mofas und damit fürs Autofahren. Zudem gilt Helmpflicht und ein Mindest­alter von 14 Jahren (siehe Link unten).

Für normale Velos und „langsame“ Elektro­velos (auch Pedelecs oder offiziell «Leicht-Motorfahrräder») ist die Situa­tion kompli­zierter. Es gibt keine offizi­ellen Regeln, sondern liegt in der Selbst­ver­ant­wor­tung, weil sich Betrof­fene zumin­dest bei vorsich­tigem Fahren haupt­säch­lich selbst gefährden. Ausserdem lässt sich im Fall einer „Aura“ meist schneller reagieren und anhalten als am Steuer eines Wagens. Es hängt also stark von der indivi­du­ellen Situa­tion ab.

Wir empfehlen eine persön­liche Risiko­ein­schät­zung gemeinsam mit dem/der behan­delnden Neurolog*in. Es kann sinnvoll sein, bestimmte Einschrän­kungen einzu­halten, um die Gefahren zu verrin­gern. Zum Beispiel:

  • Fahren nur in verkehrs­be­ru­higten Gebieten oder Parks
  • Langsam und vorsichtig fahren
  • Steile oder ander­weitig gefähr­liche Strecken vermeiden, wo ein Sturz eine erhöhte Gefähr­dung darstellt
  • In Beglei­tung fahren
  • Nur zu einer Tages­zeit fahren, zu der üblicher­weise keine Anfälle auftreten.

Mögli­cher­weise kann auch ein Dreirad sinnvoll sein, um die Sturz­ge­fahr auszuschalten.

Es ist immer ein Abwägen – die einen sind vorsichtig und verzichten freiwillig, andere würden ohne Rad sehr viel Lebens­qua­lität verlieren.

Fahren mit Helm sollte ohnehin selbst­ver­ständ­lich sein, mit Epilepsie erst recht.

Autor: Frédéric Zubler; Stand der Infor­ma­tionen: 22. März 2021. Letzte Aktua­li­sie­rung (Link) 12.10.2021.

Auto fahren und Epilepsie

Mehr Infor­ma­tionen
Was ist bei Aktivi­täten am und im Wasser zu beachten?2018–02-13T17:12:40+01:00

Bei Schwimmen und Wasser­sport gelten beson­dere Vorsichts­mass­nahmen für Menschen mit Epilepsie:

  • Rücksprache wegen der Schwimm­taug­lich­keit mit dem Arzt
  • Nur in ausge­ruhtem Zustand und bei Wohlbe­finden ins Wasser
  • Immer gemeinsam mit einem erfah­renen Schwimmer ins Wasser, der über die vorlie­gende Epilepsie und angemes­sene Erste-Hilfe-Massnahmen unter­richtet ist.
  • Möglichst nur in einem Schwimm­be­cken (Pool) und nur ausnahms­weise in offenen Gewäs­sern schwimmen. Im Zweifels­fall eine Schwimm­weste oder einen Schwimm­kragen tragen sowie Bademeister/Aufsichtspersonen über die Epilepsie informieren.
  • Bei häufigen und schweren Anfällen im Nicht­schwim­mer­be­cken bleiben.
  • Tauchen ist nur bei ausrei­chend langer Anfalls­frei­heit und mit einer entspre­chenden ärztli­chen Beschei­ni­gung erlaubt
  • Boots­fahrten nie alleine unter­nehmen, ebenso Angeln.
  • Bei Fotosen­si­bi­lität Tragen einer polari­sierten Sonnen­brille (Polaroid-Brille).
Wann sollte man beim Fernsehen vorsichtig sein?2018–02-13T17:12:59+01:00

In der Regel ist Fernsehen für Menschen mit einer Epilepsie nicht gefährlich.

Bei einer Fotosen­si­bi­lität sind einige Vorsichts­mass­re­geln sinnvoll, ohne dass aber selbst in diesen Fällen generell vom Fernsehen/Computerspielen abgeraten werden muss:

  • Der Raum sollte tagsüber beim Fernsehen nie ganz abgedun­kelt werden, und abends sollte eine zusätz­liche Raumbe­leuch­tung einge­schaltet werden.
  • Der Abstand zwischen Sitzplatz und Fernseh­gerät sollte mindes­tens 2 Meter betragen.
  • Weil sich eine Fotosen­si­bi­lität in der Regel nur bei beidäu­gigem Sehen bemerkbar macht, sollte beim Annähern an das Gerät (zum Beispiel zum Ausschalten) ein Auge geschlossen oder abgedeckt werden.
  • Beson­ders empfind­liche Betrof­fene können darüber hinaus eine Sonnen­brille tragen (Polaroid-Brille).
Gelten diese Regeln auch für Compu­ter­spiele?2018–03-02T10:16:33+01:00

Menschen mit nachge­wie­sener Fotosen­si­bi­lität sollten bei Compu­ter­spielen folgende Vorsichts­mass­nahmen treffen:

  • Sie sollten Spiele mit bekannter Anfalls­pro­vo­ka­tion meiden.
  • Bei Kindern und Jugend­li­chen sollten Erwach­sene in der Nähe sein, die auch über Notfall­mass­nahmen bei epilep­ti­schen Anfällen infor­miert sind.
  • Bei Video­spielen unter Benut­zung eines Compu­ter­bild­schirms sollte dessen Durch­messer maximal 15 Zoll betragen. Bei grösseren Bildschirmen (und als Video­schirm benutzten Fernseh­ge­räten) sollte der Betrach­tungs­ab­stand mindes­tens das Vierfache der Bildschirm­dia­go­nalen betragen.
  • Lang dauerndes Spielen über mehr als eine Stunde pro Spiel sollte unter­bleiben, ebenso Spielen gleich­zeitig mit anderen anfalls­be­güns­ti­genden Umständen wie Schlaf­entzug, Fieber oder Hunger.

Schule und Arbeit

Können Kinder mit Epilepsie normale Schulen besuchen?2018–02-13T17:13:29+01:00

Weitaus die meisten Kinder mit Epilepsie sind normal intel­li­gent und können wie ihre Mitschüler und Mitschü­le­rinnen dieje­nige Schule besuchen, die ihrer Begabung entspricht. Wenn die Kinder nicht anfalls­frei sind und/oder durch Neben­wir­kungen der Medika­mente längere Kranken­haus­auf­ent­halte notwendig sind oder psycho­so­ziale Belas­tungen entstehen, kann ihre Lern- und Leistungs­fä­hig­keit beein­träch­tigt werden.

Soll man Lehrper­sonen infor­mieren?2020–07-15T12:12:54+02:00

Es ist wichtig, dass Lehrper­sonen und Mitschü­le­rinnen und Mitschüler über die indivi­du­elle Situa­tion des betrof­fenen Kindes Bescheid wissen, so dass sie bei einem allfäl­ligen Anfall besonnen reagieren können.

Ein eigens entwi­ckeltes Formular hilft bei der Kommu­ni­ka­tion zwischen Neuro­päd­iater, Eltern und Lehrpersonen.

Formular zum Download

Mehr Infor­ma­tionen zum Thema bei unserer Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse.

Letzte Aktua­li­sie­rung: Juli 2019

Darf ein Kind mit Epilepsie auf die Schul­reise bzw. am Sport­un­ter­richt teilnehmen?2018–02-13T17:14:13+01:00

Für die soziale Integra­tion ist es von grosser Bedeu­tung, dass die Kinder so wenig wie möglich in eine Sonder­si­tua­tion gedrängt werden. Regel­mäs­sige körper­liche Anstren­gung ist weder gefähr­lich noch anfalls­för­dernd. Aller­dings müssen Sport­arten gemieden werden, bei denen ein Anfall ein grosses Unfall­ri­siko bedeuten würde. 

Mehr zum Thema Sport

Während der Schul­reise müssen die Medika­mente auch regel­mässig einge­nommen und Extrem­si­tua­tionen wie Schlaf­mangel, starke Sonnen­be­strah­lung und exzes­sive körper­liche Anstren­gung vermieden werden. 

Kann ein Mensch mit Epilepsie jeden Beruf erlernen bzw. ausüben?2019–12-17T14:50:34+01:00

Grund­sätz­lich gibt es für die Berufs­wahl keine Einschrän­kung, wenn

  • unter medika­men­töser Behand­lung zwei Jahre Anfalls­frei­heit besteht
  • nach opera­tiver Behand­lung ein Jahr Anfalls­frei­heit besteht
  • seit mehr als drei Jahren Anfälle nur im Schlaf auftreten oder
  • wenn ausschliess­lich Anfälle mit arbeits­me­di­zi­nisch nicht bedeut­samen Symptomen bestehen (kein Sturz, keine Bewusst­seins­stö­rung, keine Störung der Körpermotorik).

Berufe, für die der Führer­schein unbedingt erfor­der­lich ist, sollten eher nicht in Betracht gezogen werden.

Infor­ma­tionen unserer Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse

Flyer «Arbeit und Epilepsie»

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Schicht­ar­beit und Epilepsie, verträgt sich das?2018–02-13T17:14:45+01:00

Schicht­ar­beit könnte sich wegen des unregel­mäs­sigen Schlaf-Wach-Rhythmus ungünstig auswirken.

Kann eine Epilepsie zu beruf­li­chen Einschrän­kungen oder sogar zur Arbeits­un­fä­hig­keit im ausge­übten Beruf führen?2018–02-13T17:21:40+01:00

Sogenannte „quali­ta­tive Einschrän­kungen“ können auch bei sonstiger Gesund­heit zu einer (mögli­cher­weise vorüber­ge­henden) 100% Arbeits­un­fä­hig­keit im angestammten Beruf führen. Das gilt insbe­son­dere für gefähr­liche Arbeiten (z.B. mit Maschinen oder Schuss­waffen), die Aufsicht von Schutz­be­foh­lenen, Nacht­ar­beit, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie bei notwen­diger Fahreig­nung, auch z.B. auf dem Gabelstapler.

Beruf­lich einschrän­kend ist eine Epilepsie, wenn im Anfall Bewusst­seins­stö­rungen auftreten, wenn es zum Verlust der Haltungs­kon­trolle kommt (Sturz, zu Boden gehen), wenn eine Störung der Körper­mo­torik oder unange­passte Handlungen auftreten.

Die Leistungs­fä­hig­keit von Menschen mit gut einge­stellter Epilepsie ist norma­ler­weise kaum beein­träch­tigt, abgesehen von immer noch vorhan­denen Vorur­teilen. Statis­tisch gesehen sind Ausfall­zeiten bei Menschen mit Epilepsie nicht höher als bei anderen Beschäftigten.

Wer kann mich zu Schwie­rig­keiten in der Schule, bei der Berufs­wahl oder im Beruf beraten?2018–02-13T17:15:17+01:00

Die Patien­ten­or­ga­ni­sa­tion Epi-Suisse bietet Sozial­be­ra­tungen an. Ausserdem gibt es die Sozial­be­ra­tung der Epilepsie-Klinik der Klinik Lengg in Zürich.

www.epi-suisse.ch

Sozial­be­ra­tung Klinik Lengg, Zürich

Sexua­lität, Verhü­tung, Kinderwunsch

Wirken Hormone sich auf die Epilepsie aus?2021–11-02T11:32:43+01:00

Ja, das kommt vor. Für Frauen ist es deshalb wichtig, genau zu notieren, ob sich die Menstrua­tion auf die Anfalls­häu­fig­keit auswirkt. Ist das der Fall, so könnte es in Absprache mit Neurolog*in und Gynäkolog*in sinnvoll sein, die Anti-Baby-Pille ohne Unter­bruch zu nehmen, zusätz­liche anfalls­un­ter­drü­ckenden Medika­mente gezielt einzu­nehmen oder andere Massnahmen einzusetzen.

Mehr zum Thema Anti-Baby-Pille und Epilepsie

Auch die Hormon­schwan­kungen während einer Schwan­ger­schaft können Folgen haben. Mehr dazu lesen Sie in unserem Flyer «Kinder­wunsch und Epilepsie».

Auch das Klimak­te­rium (Abände­rung, Wechsel­jahre) kann sich auf die epilep­ti­schen Anfälle auswirken, als Verbes­se­rung oder Verschlech­te­rung. In dieser Lebens­phase ist ein Medika­men­ten­spiegel sinnvoll – manchmal sollte die Dosis angepasst werden. Frauen mit Epilepsie können eine vorzei­tige Menopause haben.

Umgekehrt kann es sowohl durch die Krank­heit selbst wie auch durch die Medika­mente zu Hormon­stö­rungen kommen.

Mehr zu Epilepsie und Sexua­lität, Verhü­tung und Kinderwunsch

Letzte Aktua­li­sie­rung: November 2021
Autor: Frédéric Zubler
Kann Geschlechts­ver­kehr Anfälle auslösen?2018–02-13T17:15:31+01:00

Nur sehr selten wurde beobachtet, dass epilep­ti­sche Anfälle durch Geschlechts­ver­kehr ausge­löst werden. Obwohl dies also in aller Regel nicht zu befürchten ist, kann es dennoch sinnvoll sein, Intim­part­ne­rinnen bzw. ‑partner darüber zu infor­mieren, was sie bei einem eventu­ellen Anfall tun sollten.

Kann Epilepsie das sexuelle Verlangen verrin­gern?2019–12-12T16:05:36+01:00

Eine der häufigsten sexuellen Auswir­kungen einer Epilepsie besteht in der Abnahme des sexuellen Verlan­gens. Das Ausmass hängt dabei unter anderem von der Art und Schwere der Epilepsie ab. Für Männer mit Epilepsie sind auch Erekti­ons­stö­rungen ein häufiges Problem.

Flyer «Mann und Epilepsie»

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Haben Antiepi­lep­tika Auswir­kungen auf die Sexua­lität?2018–02-13T17:15:52+01:00

Fast alle Medika­mente zur Behand­lung epilep­ti­scher Anfälle können als Neben­wir­kung zu einer Abnahme der Sexua­lität führen. Einige dieser Medika­mente können darüber hinaus eine vermehrte Müdig­keit verur­sa­chen. Auch Neben­wir­kungen an der Haut sind möglich.

Dürfen epilep­sie­be­trof­fene Frauen mit der «Pille» verhüten?2021–11-02T11:57:54+01:00

Die Antiba­by­pille hat zwar keinen Einfluss auf Häufig­keit und Schwere epilep­ti­scher Anfälle, kann aber Wechsel­wir­kungen mit Antiepi­lep­tika aufweisen. Zum einen kann die Pille den Blutspiegel und damit die Wirkung von Antiepi­lep­tika senken, insbe­son­dere bei Lamotrigin (Handels­name z.B. Lamictal).

Zum anderen kann die Einnahme bestimmter Antiepi­lep­tika die Wirksam­keit der Antiba­by­pille verrin­gern, so dass ein Risiko ungewollter Schwan­ger­schaften besteht.

Vor Einnahme der Antiba­by­pille oder anderer Hormon­prä­pa­rate sollte das Thema unbedingt mit dem behan­delnden Neuro­logen und Gynäko­logen bespro­chen werden. Sofern möglich, sollten Antiepi­lep­tika einge­setzt werden, die keinen Einfluss auf die Wirksam­keit der Pille haben.

Ausführ­li­chere Infor­ma­tionen für Fachper­sonen zum Download

Gibt besser geeig­nete Verhü­tungs­me­thoden?2018–02-13T17:16:22+01:00

Zu den alter­na­tiven Verhü­tungs­me­thoden gehören Spirale (Hormon- oder Kupfer­spi­rale) sowie Barrie­re­me­thoden wie Kondom oder Diaphragma (Pessar). Mit diesen Methoden gehen epilep­sie­be­trof­fene Frauen ein sehr geringes oder gar kein Risiko unerwünschter Wechsel­wir­kungen ein. Aller­dings sind einige dieser Methoden weniger sicher als die Antibabypille.

Was ist bei Kinder­wunsch oder Schwan­ger­schaft zu beachten?2018–05-02T13:18:57+02:00

Medika­mente und Wechselwirkungen

Diese Fragen betreffen Fachper­sonen oder sollten mit Medizi­nern bespro­chen werden.

Kann es bei Impfungen Schwie­rig­keiten geben?2021–03-22T11:44:20+01:00

Grund­sätz­lich gilt: Gleicher Impfschutz wie bei Menschen ohne Epilepsie. Prinzi­piell gilt dies auch bei Kindern, wobei sich bei gewissen Impfungen eine Fieber­pro­phy­laxe empfiehlt, zum Beispiel bei der Dreifachimp­fung gegen Diphtherie, Starr­krampf (Tetanus) und Keuch­husten (Pertussis), auch als DiTePer-Impfung bekannt.

Nur bei einigen seltenen Epilep­sie­formen wird manchmal dazu geraten, die Kinder für Impfungen einige Tage stationär aufzunehmen.

Siehe auch unsere Antworten auf Fragen zum Corona­virus.

Wann sollte man das Impfen verschieben?2020–06-02T16:43:03+02:00

Bei gehäuften Anfällen, während einer medika­men­tösen Umstel­lung oder während einer Behand­lung mit ACTH oder Korti­kos­te­ro­iden sollte eine nicht unbedingt erfor­der­liche Impfung sicher­heits­halber zurück­ge­stellt werden.

Auf welche Impfungen könnte man gegebe­nen­falls auch verzichten?2020–06-02T16:45:53+02:00

Impfungen gegen Cholera, Gelbfieber, Frühsommer-Meningoenzephalitis (aktiv) und Tollwut sollten Menschen mit Epilepsie nur dann verab­reicht werden, wenn sie wirklich erfor­der­lich sind.

Bei Kindern mit Epilepsie wird meist von Spritz­imp­fungen gegen die «Reise­krank­heiten» Typhus, Gelbfieber und Cholera abgeraten. Gegen Typhus steht als Alter­na­tive eine Schluck­imp­fung zur Verfü­gung. Auch für Erwach­sene mit Epilepsie sind die Indika­tionen dieser Spritz­imp­fungen zurück­hal­tend zu stellen.

Wie steht es mit der Malaria-Prophylaxe?2020–06-02T16:40:47+02:00

Atovaquon/Proguanil (Malarone®/ Malarone junior®) ist das einzige Malaria-Medikament, das die Anfalls­schwelle nicht senkt, und deshalb die Prophy­laxe der Wahl für Epilepsiebetroffene.

Welche Antibio­tika können bei bekannter Epilepsie verordnet werden, von welchen ist abzuraten?2020–06-02T16:48:38+02:00

Ein Artikel gibt Fachper­sonen Auskunft, welche Medika­mente bei Patienten mit Epilepsie empfeh­lens­wert sind und welche vermieden werden sollten.

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Kann eine Massage oder Inhala­tion mit ätheri­schen Ölen Anfälle auslösen?2021–03-23T15:54:14+01:00

In diesem Zusam­men­hang gibt es unter­schied­liche Erfah­rungen, es hängt natür­lich auch von der Dosie­rung und der Schwere der Epilepsie ab. Für Betrof­fene mit häufigen und schweren Anfällen empfehlen wir, eher auf Öle zu verzichten oder aber diese nur mit grosser Vorsicht (z.B. liegend im Bett) anzuwenden. Selbst­ver­ständ­lich ist zu beobachten, ob im Rahmen der Anwen­dung vermehrt Anfälle auftreten.

Erfah­rungen in Bezug auf einzelne Öle:
Öle mit Lavendel, Campher, Menthol, Eukalyptus, Anis und Kümmel dürften unpro­ble­ma­tisch sein.
Vorsicht ist geboten bei Fenchel, Salbei oder Rosmarinöl.

Autoren: Stephan Rüegg, Frédéric Zubler
Letzte Aktua­li­sie­rung: März 2021

Eignet sich Cannabis (Hanf) als Epilepsie-Medikament?2021–09-03T15:48:46+02:00

Seit längerem vermu­tete man eine anfalls­un­ter­drü­ckende Wirkung von Canna­b­idiol (CBD), dem nicht-rauschauslösenden und kaum psych­ia­tri­sche Neben­wir­kungen aufwei­senden Inhalts­stoff im Saat-Hanf (Cannabis sativa). Die Bericht­erstat­tung über spekta­ku­läre Einzel­fälle in den Medien hat die Erwar­tungen hochgeschraubt.

Seit 2021 ist das Cannabidiol-Präparat Epidyolex® in der Schweiz zugelassen als Zusatz­the­rapie gegen Krampf­an­fälle für Kinder ab zwei Jahren und Erwach­sene mit den seltenen, schweren Epilep­sie­formen Dravet-Syndrom oder Lennox-Gastaut-Syndrom. Zuvor waren entspre­chende kontrol­lierte Studien erfolg­reich durch­ge­führt worden.

Für andere schwer behan­del­bare Epilep­sie­formen besteht noch keine Zulas­sung. In begrün­deten Fällen kann der Neurologe/die Neuro­login auf Wunsch aber Epidyolex® „off-Label“ verschreiben und ein Gesuch an die Kranken­ver­si­che­rung zur Kosten­über­nahme stellen.

Im Gegen­satz zu dem, was viele vermuten, verur­sacht auch CBD Neben­wir­kungen (z.B. Schläf­rig­keit, Appetit­ver­lust, Durch­fall und gelegent­lich parado­xer­weise auch eine Zunahme von Krampf­an­fällen) und kann Wechsel­wir­kungen mit anderen Medika­menten haben.

Swiss­medic bietet einen Überblick mit Vollzugs­hilfe über Produkte mit Canna­b­idiol an.

Letzte Aktua­li­sie­rung: September 2021

Fragen und Antworten wurden 2018 zusam­men­ge­stellt. Aktua­li­sie­rungen sind unter den jewei­ligen Fragen vermerkt.

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