FAQ2018-04-27T14:05:40+00:00

Häufig gestellte Fragen

Die auf dieser Website zur Verfü­gung gestellten Infor­ma­tionen ersetzen den Arztbe­such nicht, sie sollen viel eher dazu dienen, das Gespräch zwischen Patient und Arzt zu fördern.

Epilepsie allge­mein

Ist Epilepsie tödlich?2018–03-15T13:43:45+00:00

Epilepsie selbst ist nicht tödlich.

Durch Anfälle besteht eine erhöhte Gefahr z.B. zu ertrinken oder einen tödli­chen Unfall zu erleiden. Hört ein Grand‐Mal‐Anfall nicht von alleine auf (Status epilep­ticus), besteht ernst­haft Lebens­ge­fahr. Selten können Epilep­sie­be­trof­fene auch im Kopfkissen ersti­cken, wenn sie nachts bei einem Anfall allein sind, oder sterben aus unbekannten Gründen („sudden unexpected death in epilepsy“, SUDEP).

Lässt sich Epilepsie heilen?2018–02-13T16:28:48+00:00

Unter Umständen ja. Bestimmte Epilep­sie­formen (z.B. Rolando‐Epilepsie) wachsen sich beim Erwach­sen­werden aus, die Medika­mente können dann abgesetzt werden. Es gibt bei einigen Betrof­fenen (2–3%) auch die Möglich­keit, mit einer Opera­tion den Anfalls­herd zu entfernen. Verläuft der Eingriff positiv, lebt ein Teil der Betrof­fenen nachher ohne Medika­mente anfalls­frei.

Welche Infor­ma­tionen über einen erlebten und beobach­teten Anfall könnten bei der Diagnose helfen?2018–09-25T14:08:48+00:00

Details dazu finden Sie in unserem Flyer „Wichtige Merkmale von Anfällen“. Mit Einver­ständnis des Betrof­fenen empfiehlt sich zudem, Anfälle zu filmen, z.B. mit dem Smart­phone.

Flyer „Wichtige Merkmale von Anfällen“

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Warum ist es wichtig, dass Patient/in und Arzt/Ärztin gut zusam­men­ar­beiten?2018–05-02T13:11:16+00:00

Medika­mente wirken nur, wenn sie regel­mässig einge­nommen werden – Basis dafür ist ein Vertrau­ens­ver­hältnis zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin. Letztere sollten sich ausrei­chend Zeit nehmen und offene Fragen beant­worten. Dafür ist es nützlich, wenn sich die Patienten vorbe­reiten und Beobach­tungen und Fragen notieren. Wer sich nicht gut betreut fühlt, kann sich nach einer Alter­na­tive umsehen oder eine Zweit­mei­nung einholen.

Spezia­listen finden

Flyer „Zusam­men­ar­beit mit dem Arzt“

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Ist eine Grippe‐Impfung für Menschen mit Epilepsie empfeh­lens­wert?2018–04-27T13:53:39+00:00

Auf jeden Fall, denn bei hohem Fieber im Fall einer Grippe steigt das Anfalls­ri­siko erheb­lich. Die Grippe‐Impfung ist sehr gut verträg­lich und ruft keine oder kaum Impfre­ak­tionen hervor.

Weitere Infor­ma­tionen zum Thema Impfungen

Wie können wir bei nächt­li­chen Anfällen unseres Kindes gewarnt werden?2018–03-01T16:37:20+00:00

Auf Grand‐Mal‐Anfälle macht unter Umständen ein schlichtes Babyphon aufmerksam. Anspruchs­vol­lere, aber auch teurere Überwa­chung bieten die Geräte Epi‐Care und Emfit, die auf Erschüt­te­rung reagieren; bei Emfit wird zusätz­lich ein Alarm beim Verlassen des Bettes ausge­löst. Funktio­nieren diese Systeme nicht und sind die Anfälle häufig und gefähr­lich, bietet epiNight­Nurse Webcam‐Überwachung durch ausge­bil­dete Pflege­fach­per­sonen.

Epi‐Care

Emfit

www.epinightnurse.com

 

Hinweis: Die Epilepsie‐Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter.

Gibt es auch tagsüber die Möglich­keit, Angehö­rige bei einem Anfall direkt zu infor­mieren?2018–02-21T10:41:18+00:00

Epi‐Care (s. Antwort auf vorige Frage) funktio­niert auch tagsüber.

www.homecare-medical.ch/content/monitoring/epi-care-mobile

 

Eine Alter­na­tive bietet (Infor­ma­tionen auf Englisch):

smart-monitor.com

www.empatica.com

 

Hinweis: Die Epilepsie‐Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter und übernimmt keine Verant­wor­tung.

Wie kann man dafür sorgen, dass zufäl­lige Zeugen bei einem Anfall das Richtige tun?2018–04-10T14:21:08+00:00

SOS‐Karte bestellen

Notfall­arm­bänder sind besser sichtbar als Karten, denn viele Menschen haben Hemmungen, in ein fremdes Porte­mon­naie zu schauen. Anbieter sind beispiels­weise:

www.safesportid.com

medmedical.de

Hinweis: Die Epilepsie‐Liga erhält keine Unter­stüt­zung der genannten Anbieter.

Gibt es einen Zusam­men­hang zwischen Epilepsie und psychi­schen Krank­heiten?2018–02-13T16:35:59+00:00

Epilepsie ist keine psychi­sche Krank­heit, aber Epilepsie und psychi­sche Krank­heiten (z.B. Depres­sionen oder Angst­stö­rungen) treten häufig gemeinsam auf – vermut­lich gibt es gemein­same Ursachen, die wir aber nicht genau kennen. Manche Antiepi­lep­tika verstärken zudem diese Tendenz.

Es ist wichtig, solche Störungen behan­deln zu lassen und sich dafür einen guten Psych­iater zu suchen, der wiederum mit dem Neuro­logen Kontakt hat – wir wissen, dass oft auch die Anfälle nachlassen, wenn sich die psychi­sche Situa­tion bessert.

Freizeit und Reisen

Stimmt es, dass Alkohol Anfälle hervor­rufen kann?2018–04-27T07:15:54+00:00

Während früher viele Ärzte Menschen mit Epilepsie generell das Trinken von Alkohol verboten haben, weiss man heute, dass gegen das Trinken von Alkohol in kleinen Mengen zum Beispiel bei gesell­schaft­li­chen Anlässen keine vernünf­tigen Einwände bestehen.

Alkoholmissbrauch ist sowohl bei vorbe­stehenden Epilep­sien ungünstig als auch ein Risiko­faktor für das erstma­lige Auftreten eines genera­li­sierten tonisch‐klonischen Anfalls überhaupt. Meistens sind dabei nicht die Phasen des Alkohol­trin­kens gefähr­lich, sondern die Stunden und Tage danach, in denen der Alkohol im Körper wieder abgebaut wird und die Konzen­tra­tion zurück­geht. Oft treffen auch Alkohol­entzug, Schlaf­mangel, eine vermin­derte Nahrungs­auf­nahme und Nicht­ein­nahme von Medika­menten zusammen.

Bei schwerem und lang dauerndem Missbrauch von Alkohol können die damit verbun­denen Schädi­gungen des Gehirns zu einer sympto­ma­ti­schen Epilepsie führen, die manchmal auch als „Alkohol­epi­lepsie“ bezeichnet wird. Die Hirnschäden können dabei in direkten Auswir­kungen des Alkohols und auch in indirekten Schädi­gungen wie alkohol­be­dingten Stürzen mit Hirnver­let­zungen bestehen.

Was ist zu beachten, wenn Menschen mit Epilepsie verreisen?2018–05-15T16:18:25+00:00

Bei den meisten Menschen mit Epilepsie bestehen keine Bedenken gegen Ferien­reisen. Bei ihnen ist die Liste der Dinge, an die sie bei der Vorbe­rei­tung einer Reise denken müssen, noch ein wenig länger als bei Menschen ohne Epilepsie. Wichtig ist, dass der Tages‐ und beson­ders auch der Nacht­ab­lauf nicht allzu sehr durch­ein­ander geraten.

Flyer „Reisen und Epilepsie“

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Können die Medika­mente auch im Ausland gekauft werden?2018–02-13T17:11:20+00:00

Die meisten Medika­mente sind zwar in den verschie­denen Ländern erhält­lich, gerade bei neueren Präpa­raten ist dies aber nicht immer der Fall. Ausserdem sind die Dosie­rungen und Handels­namen oft unter­schied­lich, was zusätz­lich zu Verwechs­lungen und Problemen führen kann. Bei grösseren Medika­men­ten­vor­räten macht manchmal der Zoll Schwie­rig­keiten, weshalb man sich von seinem Arzt eine kurze Beschei­ni­gung der erfor­der­li­chen Medika­mente ausstellen lassen sollte. Medika­mente im Handge­päck mitnehmen und in den Origi­nal­ver­pa­ckungen belassen.

Was tun bei Zeitver­schie­bungen bei Fernreisen?2018–05-02T13:15:20+00:00

Hier verän­dert sich der Schlaf‐Wach‐Rhythmus nicht nur während des Fluges, sondern meist auch noch für die zwei bis drei nachfol­genden Tage. Wann immer möglich sollte man seinen normalen Rhythmus nicht abrupt umstellen.

Das „A“ und „O“ ist eine regel­mäs­sige Medika­men­ten­ein­nahme. Bei Flügen nach Westen kommt es zu einem „Zeitge­winn“ (der Reisetag verlän­gert sich) und bei Flügen nach Osten zu einem „Zeitver­lust“ (der Reisetag verkürzt sich). Je nach Ausmass der Zeitver­schie­bung sollte man die Dosis der Medika­mente am Reisetag erhöhen bzw. vermin­dern.

Faust­regel: Bei Fernreisen während des Flugs die Uhr noch nicht umstellen und Medika­mente zur normalen Zeit einnehmen. Zur Landung Uhr umstellen, dann Medika­mente (u.U. erneut) zur gewohnten Zeit einnehmen. Eine präzi­sere Formel findet sich in unserem Flyer „Reisen und Epilepsie“.

Flyer „Reisen und Epilepsie“

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Wie kann ich andere in einer Fremd­sprache über meine Epilepsie infor­mieren?2018–02-13T17:19:52+00:00

Hilfreiche Infor­ma­tionen in insge­samt 19 Sprachen (auch auf Deutsch) bietet das Reise­hand­buch des „Inter­na­tional Bureau for Epilepsy“.

 

Dürfen Epilep­sie­be­trof­fene Sport treiben?2018–05-02T13:06:59+00:00

Sport fördert das Wohlbe­finden, steigert das Selbst­ver­trauen und ermög­licht wertvolle zwischen­mensch­liche Kontakte: Eine ideale Freizeit­be­schäf­ti­gung, auch für Menschen mit Epilepsie.

Art der Epilepsie und Häufig­keit der Anfälle beein­flussen die Wahl der Sportart von Epilep­sie­be­trof­fenen. Am besten geeignet sind Sport­arten, die in Gruppen und am Boden ausgeübt werden können. Laut diversen Studien ist das Verlet­zungs­ri­siko von Menschen mit Epilepsie bei fast allen Sport­arten gleich niedrig wie von Gesunden.

Bei Anfalls­frei­heit oder nur sehr wenigen bzw. leichten Anfällen bestehen meist kaum Einschrän­kungen. Man sollte immer darauf achten, sich nicht zu übernehmen, und zu grossen Stress vermeiden.

Flyer „Sport und Epilepsie“

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Was ist bei Aktivi­täten am und im Wasser zu beachten?2018–02-13T17:12:40+00:00

Bei Schwimmen und Wasser­sport gelten beson­dere Vorsichts­mass­nahmen für Menschen mit Epilepsie:

  • Rücksprache wegen der Schwimm­taug­lich­keit mit dem Arzt
  • Nur in ausge­ruhtem Zustand und bei Wohlbe­finden ins Wasser
  • Immer gemeinsam mit einem erfah­renen Schwimmer ins Wasser, der über die vorlie­gende Epilepsie und angemes­sene Erste‐Hilfe‐Massnahmen unter­richtet ist.
  • Möglichst nur in einem Schwimm­be­cken (Pool) und nur ausnahms­weise in offenen Gewäs­sern schwimmen. Im Zweifels­fall eine Schwimm­weste oder einen Schwimm­kragen tragen sowie Bademeister/Aufsichtspersonen über die Epilepsie infor­mieren.
  • Bei häufigen und schweren Anfällen im Nicht­schwim­mer­be­cken bleiben.
  • Tauchen ist nur bei ausrei­chend langer Anfalls­frei­heit und mit einer entspre­chenden ärztli­chen Beschei­ni­gung erlaubt
  • Boots­fahrten nie alleine unter­nehmen, ebenso Angeln.
  • Bei Fotosen­si­bi­lität Tragen einer polari­sierten Sonnen­brille (Polaroid‐Brille).
Wann sollte man beim Fernsehen vorsichtig sein?2018–02-13T17:12:59+00:00

In der Regel ist Fernsehen für Menschen mit einer Epilepsie nicht gefähr­lich.

Bei einer Fotosen­si­bi­lität sind einige Vorsichts­mass­re­geln sinnvoll, ohne dass aber selbst in diesen Fällen generell vom Fernsehen/Computerspielen abgeraten werden muss:

  • Der Raum sollte tagsüber beim Fernsehen nie ganz abgedun­kelt werden, und abends sollte eine zusätz­liche Raumbe­leuch­tung einge­schaltet werden.
  • Der Abstand zwischen Sitzplatz und Fernseh­gerät sollte mindes­tens 2 Meter betragen.
  • Weil sich eine Fotosen­si­bi­lität in der Regel nur bei beidäu­gigem Sehen bemerkbar macht, sollte beim Annähern an das Gerät (zum Beispiel zum Ausschalten) ein Auge geschlossen oder abgedeckt werden.
  • Beson­ders empfind­liche Betrof­fene können darüber hinaus eine Sonnen­brille tragen (Polaroid‐Brille).
Gelten diese Regeln auch für Compu­ter­spiele?2018–03-02T10:16:33+00:00

Menschen mit nachge­wie­sener Fotosen­si­bi­lität sollten bei Compu­ter­spielen folgende Vorsichts­mass­nahmen treffen:

  • Sie sollten Spiele mit bekannter Anfalls­pro­vo­ka­tion meiden.
  • Bei Kindern und Jugend­li­chen sollten Erwach­sene in der Nähe sein, die auch über Notfall­mass­nahmen bei epilep­ti­schen Anfällen infor­miert sind.
  • Bei Video­spielen unter Benut­zung eines Compu­ter­bild­schirms sollte dessen Durch­messer maximal 15 Zoll betragen. Bei grösseren Bildschirmen (und als Video­schirm benutzten Fernseh­ge­räten) sollte der Betrach­tungs­ab­stand mindes­tens das Vierfache der Bildschirm­dia­go­nalen betragen.
  • Lang dauerndes Spielen über mehr als eine Stunde pro Spiel sollte unter­bleiben, ebenso Spielen gleich­zeitig mit anderen anfalls­be­güns­ti­genden Umständen wie Schlaf­entzug, Fieber oder Hunger.

Schule und Arbeit

Können Kinder mit Epilepsie normale Schulen besuchen?2018–02-13T17:13:29+00:00

Weitaus die meisten Kinder mit Epilepsie sind normal intel­li­gent und können wie ihre Mitschüler und Mitschü­le­rinnen dieje­nige Schule besuchen, die ihrer Begabung entspricht. Wenn die Kinder nicht anfalls­frei sind und/oder durch Neben­wir­kungen der Medika­mente längere Kranken­haus­auf­ent­halte notwendig sind oder psycho­so­ziale Belas­tungen entstehen, kann ihre Lern‐ und Leistungs­fä­hig­keit beein­träch­tigt werden.

Soll man Lehrper­sonen infor­mieren?2018–08-02T13:17:22+00:00

Es ist wichtig, dass Lehrper­sonen und Mitschü­le­rinnen und Mitschüler über die indivi­du­elle Situa­tion des betrof­fenen Kindes Bescheid wissen, so dass sie bei einem allfäl­ligen Anfall besonnen reagieren können.

Ein eigens entwi­ckeltes Formular hilft bei der Kommu­ni­ka­tion zwischen Neuro­päd­iater, Eltern und Lehrper­sonen.

Formular zum Download

Mehr Infor­ma­tionen zum Thema bei unserer Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi‐Suisse.

Darf ein Kind mit Epilepsie auf die Schul­reise bzw. am Sport­un­ter­richt teilnehmen?2018–02-13T17:14:13+00:00

Für die soziale Integra­tion ist es von grosser Bedeu­tung, dass die Kinder so wenig wie möglich in eine Sonder­si­tua­tion gedrängt werden. Regel­mäs­sige körper­liche Anstren­gung ist weder gefähr­lich noch anfalls­för­dernd. Aller­dings müssen Sport­arten gemieden werden, bei denen ein Anfall ein grosses Unfall­ri­siko bedeuten würde.

Mehr zum Thema Sport

Während der Schul­reise müssen die Medika­mente auch regel­mässig einge­nommen und Extrem­si­tua­tionen wie Schlaf­mangel, starke Sonnen­be­strah­lung und exzes­sive körper­liche Anstren­gung vermieden werden. 

Kann ein Mensch mit Epilepsie jeden Beruf erlernen bzw. ausüben?2018–05-02T13:07:55+00:00

Grund­sätz­lich gibt es für die Berufs­wahl keine Einschrän­kung, wenn

  • unter medika­men­töser Behand­lung zwei Jahre Anfalls­frei­heit besteht
  • nach opera­tiver Behand­lung ein Jahr Anfalls­frei­heit besteht
  • seit mehr als drei Jahren Anfälle nur im Schlaf auftreten oder
  • wenn ausschliess­lich Anfälle mit arbeits­me­di­zi­nisch nicht bedeut­samen Symptomen bestehen (kein Sturz, keine Bewusst­seins­stö­rung, keine Störung der Körper­mo­torik).

Berufe, für die der Führer­schein unbedingt erfor­der­lich ist, sollten eher nicht in Betracht gezogen werden.

Infor­ma­tionen unserer Partner­or­ga­ni­sa­tion Epi‐Suisse

Flyer „Arbeit und Epilepsie“

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Schicht­ar­beit und Epilepsie, verträgt sich das?2018–02-13T17:14:45+00:00

Schicht­ar­beit könnte sich wegen des unregel­mäs­sigen Schlaf‐Wach‐Rhythmus ungünstig auswirken.

Kann eine Epilepsie zu beruf­li­chen Einschrän­kungen oder sogar zur Arbeits­un­fä­hig­keit im ausge­übten Beruf führen?2018–02-13T17:21:40+00:00

Sogenannte „quali­ta­tive Einschrän­kungen“ können auch bei sonstiger Gesund­heit zu einer (mögli­cher­weise vorüber­ge­henden) 100% Arbeits­un­fä­hig­keit im angestammten Beruf führen. Das gilt insbe­son­dere für gefähr­liche Arbeiten (z.B. mit Maschinen oder Schuss­waffen), die Aufsicht von Schutz­be­foh­lenen, Nacht­ar­beit, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie bei notwen­diger Fahreig­nung, auch z.B. auf dem Gabel­stapler.

Beruf­lich einschrän­kend ist eine Epilepsie, wenn im Anfall Bewusst­seins­stö­rungen auftreten, wenn es zum Verlust der Haltungs­kon­trolle kommt (Sturz, zu Boden gehen), wenn eine Störung der Körper­mo­torik oder unange­passte Handlungen auftreten.

Die Leistungs­fä­hig­keit von Menschen mit gut einge­stellter Epilepsie ist norma­ler­weise kaum beein­träch­tigt, abgesehen von immer noch vorhan­denen Vorur­teilen. Statis­tisch gesehen sind Ausfall­zeiten bei Menschen mit Epilepsie nicht höher als bei anderen Beschäf­tigten.

Wer kann mich zu Schwie­rig­keiten in der Schule, bei der Berufs­wahl oder im Beruf beraten?2018–02-13T17:15:17+00:00

Die Patien­ten­or­ga­ni­sa­tion Epi‐Suisse bietet Sozial­be­ra­tungen an. Ausserdem gibt es die Sozial­be­ra­tung der Epilepsie‐Klinik der Klinik Lengg in Zürich.

www.epi-suisse.ch

Sozial­be­ra­tung Klinik Lengg, Zürich

Sexua­lität, Verhü­tung, Kinder­wunsch

Kann Geschlechts­ver­kehr Anfälle auslösen?2018–02-13T17:15:31+00:00

Nur sehr selten wurde beobachtet, dass epilep­ti­sche Anfälle durch Geschlechts­ver­kehr ausge­löst werden. Obwohl dies also in aller Regel nicht zu befürchten ist, kann es dennoch sinnvoll sein, Intim­part­ne­rinnen bzw. -partner darüber zu infor­mieren, was sie bei einem eventu­ellen Anfall tun sollten.

Kann Epilepsie das sexuelle Verlangen verrin­gern?2018–07-23T10:40:33+00:00

Eine der häufigsten sexuellen Auswir­kungen einer Epilepsie besteht in der Abnahme des sexuellen Verlan­gens. Das Ausmass hängt dabei unter anderem von der Art und Schwere der Epilepsie ab. Für Männer mit Epilepsie sind auch Erekti­ons­stö­rungen ein häufiges Problem.

Flyer „Mann und Epilepsie“

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Haben Antiepi­lep­tika Auswir­kungen auf die Sexua­lität?2018–02-13T17:15:52+00:00

Fast alle Medika­mente zur Behand­lung epilep­ti­scher Anfälle können als Neben­wir­kung zu einer Abnahme der Sexua­lität führen. Einige dieser Medika­mente können darüber hinaus eine vermehrte Müdig­keit verur­sa­chen. Auch Neben­wir­kungen an der Haut sind möglich.

Dürfen epilep­sie­be­trof­fene Frauen mit der „Pille“ verhüten?2018–04-30T09:06:09+00:00

Die Antiba­by­pille hat zwar keinen Einfluss auf Häufig­keit und Schwere epilep­ti­scher Anfälle, kann aber Wechsel­wir­kungen mit Antiepi­lep­tika aufweisen. Zum einen kann die Pille den Blutspiegel und damit die Wirkung von Antiepi­lep­tika senken, insbe­son­dere bei Lamotrigin (Handels­name z.B. Lamictal).

Zum anderen kann die Einnahme bestimmter Antiepi­lep­tika die Wirksam­keit der Antiba­by­pille verrin­gern, so dass ein Risiko ungewollter Schwan­ger­schaften besteht.

Vor Einnahme der Antiba­by­pille oder anderer Hormon­prä­pa­rate sollte das Thema unbedingt mit dem behan­delnden Neuro­logen und Gynäko­logen bespro­chen werden. Sofern möglich, sollten Antiepi­lep­tika einge­setzt werden, die keinen Einfluss auf die Wirksam­keit der Pille haben.

Ausführ­li­chere Infor­ma­tionen für Fachper­sonen zum Download

Gibt besser geeig­nete Verhü­tungs­me­thoden?2018–02-13T17:16:22+00:00

Zu den alter­na­tiven Verhü­tungs­me­thoden gehören Spirale (Hormon‐ oder Kupfer­spi­rale) sowie Barrie­re­me­thoden wie Kondom oder Diaphragma (Pessar). Mit diesen Methoden gehen epilep­sie­be­trof­fene Frauen ein sehr geringes oder gar kein Risiko unerwünschter Wechsel­wir­kungen ein. Aller­dings sind einige dieser Methoden weniger sicher als die Antiba­by­pille.

Was ist bei Kinder­wunsch oder Schwan­ger­schaft zu beachten?2018–05-02T13:18:57+00:00

Medika­mente und Wechsel­wir­kungen

Diese Fragen betreffen Fachper­sonen oder sollten mit Medizi­nern bespro­chen werden.

Kann es bei Impfungen Schwie­rig­keiten geben?2018–02-13T17:16:55+00:00

Grund­sätz­lich gilt: Gleicher Impfschutz wie bei Menschen ohne Epilepsie. Prinzi­piell gilt dies auch bei Kindern, wobei sich bei gewissen Impfungen eine Fieber­pro­phy­laxe empfiehlt, zum Beispiel bei der Dreifachimp­fung gegen Diphtherie, Starr­krampf (Tetanus) und Keuch­husten (Pertussis), auch als DiTePer‐Impfung bekannt.

Nur bei einigen seltenen Epilep­sie­formen wird manchmal dazu geraten, die Kinder für Impfungen einige Tage stationär aufzu­nehmen.

Wann sollte man das Impfen verschieben?2018–02-13T17:17:09+00:00

Bei gehäuften Anfällen, während einer medika­men­tösen Umstel­lung oder während einer Behand­lung mit ACTH oder Korti­kos­te­roiden sollte eine nicht unbedingt erfor­der­liche Impfung sicher­heits­halber zurück­ge­stellt werden.

Auf welche Impfungen könnte man gegebe­nen­falls auch verzichten?2018–02-13T17:17:21+00:00

Impfungen gegen Cholera, Gelbfieber, Frühsommer‐Meningoenzephalitis (aktiv) und Tollwut sollten Menschen mit Epilepsie nur dann verab­reicht werden, wenn sie wirklich erfor­der­lich sind.

Bei Kindern mit Epilepsie wird meist von Spritz­imp­fungen gegen die „Reise­krank­heiten“ Typhus, Gelbfieber und Cholera abgeraten. Gegen Typhus steht als Alter­na­tive eine Schluck­imp­fung zur Verfü­gung. Auch für Erwach­sene mit Epilepsie sind die Indika­tionen dieser Spritz­imp­fungen zurück­hal­tend zu stellen.

Wie steht es mit der Malaria‐Prophylaxe?2018–02-13T17:17:39+00:00

Atovaquon/Proguanil (Malarone®/ Malarone junior®) ist das einzige Malaria‐Medikament, das die Anfalls­schwelle nicht senkt, und deshalb die Prophy­laxe der Wahl für Epilep­sie­be­trof­fene.

Welche Antibio­tika können bei bekannter Epilepsie verordnet werden, von welchen ist abzuraten?2018–04-27T13:57:56+00:00

Ein Artikel gibt Fachper­sonen Auskunft, welche Medika­mente bei Patienten mit Epilepsie empfeh­lens­wert sind und welche vermieden werden sollten.

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Kann eine Massage oder Inhala­tion mit ätheri­schen Ölen Anfälle auslösen?2018–02-13T17:18:08+00:00

Bei Erkäl­tungs­ölen (Eukalyptus, Menthol) lässt sich eine anfalls­för­dernde Wirkung nicht völlig ausschliessen. Bei starker Anfalls­nei­gung sollte man besser verzichten oder sie nur mit grosser Vorsicht anwenden, wenn der Betrof­fene im Bett liegt. Bei gelegent­li­chen oder seltenen Anfällen ist das Risiko gering. Selbst­ver­ständ­lich ist zu beobachten, ob im Rahmen der Anwen­dung vermehrt Anfälle auftreten.

Für den Magen‐Darm‐Trakt empfehlen sich Kümmelöl und Anisöl, die keine Anfälle auslösen sollten. Fenchel‐ und Salbeiöl könnten anfalls­för­dernd sein und sind eher zu vermeiden.

Eignet sich Cannabis (Hanf) als Epilepsie‐Medikament?2018–02-13T17:18:25+00:00

Seit längerem vermutet man eine anfalls­un­ter­drü­ckende Wirkung von Canna­b­idiol (CBD), dem nicht‐rauschauslösenden und kaum psych­ia­tri­sche Neben­wir­kungen aufwei­senden Inhalts­stoff im Saat‐Hanf (Cannabis sativa). Die Bericht­erstat­tung über spekta­ku­läre Einzel­fälle in den Medien hat die Erwar­tungen hochge­schraubt.

Nachge­wiesen ist eine Wirkung aller­dings bisher erst bei den seltenen, ausser­or­dent­lich schweren Epilep­sie­formen Dravet‐Syndrom und Lennox‐Gastaut‐Syndrom. Hier rechnen wir nach entspre­chenden weiteren kontrol­lierten Studien mit der Zulas­sung eines CBD‐haltigen Medika­ments in den nächsten Jahren.

Im Gegen­satz zu dem, was viele vermuten, verur­sacht auch CBD Neben­wir­kungen (z.B. Schläf­rig­keit, Appetit­ver­lust, Durch­fall und gelegent­lich parado­xer­weise auch eine Zunahme von Krampf­an­fällen) und kann Wechsel­wir­kungen mit anderen Medika­menten haben.

Die Schwei­ze­ri­sche Epilepsie‐Liga rät aktuell von einem Einsatz von CBD zur Behand­lung von anderen Epilep­sie­formen als dem Dravet‐ und dem Lennox‐Gastaut‐Syndrom ausser­halb von Studien ab, da weder Wirkungen noch Neben­wir­kungen bei den üblichen, häufi­geren Epilep­sie­formen bisher bekannt sind. Sobald sich die Erkennt­nis­lage ändert, werden wir wieder infor­mieren und selbst­ver­ständ­lich die aktuelle Aussage anpassen.

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