Autofahren mit Epilepsie

Die Verkehrs­kom­mis­sion der Schwei­ze­ri­schen Epilepsie-Liga hat ihre Richt­li­nien zur Fahreig­nung zuletzt im Jahr 2019 überarbeitet.

Ganz allge­mein gilt, dass bei einer aktiven Epilepsie die Fahreig­nung (Führer­schein, Fahrerlaubnis) in der Regel aufge­hoben ist. Voraus­set­zungen für eine Erst- oder Wieder­zu­las­sung als Motor­fahr­zeug­lenker sind eine dem Einzel­fall angepasste periodi­sche fachneu­ro­lo­gi­sche Beurtei­lung sowie Überprü­fung der Fahreignung.

Eine Erst- oder Wieder­zu­las­sung als Motor­fahr­zeug­lenker kann in der Regel erfolgen, wenn eine Anfalls­frei­heit (mit oder ohne Antiepi­lep­tika) von einem Jahr besteht.

Eine Verkür­zung dieser Frist ist unter bestimmten Umständen möglich, zum Beispiel wenn:

  • Die Anfälle mehr als zwei Jahre lang nur im Schlaf auftreten
  • Es sich um Refle­x­epi­lep­sien mit vermeid­barem auslö­sendem Stimulus handelt
  • Es um bewusst erlebte einfache fokale Anfälle ohne motori­sche, senso­ri­sche oder kogni­tive Beein­träch­ti­gung beim Lenken geht.

Eine Verlän­ge­rung dieser Frist ist zum Beispiel notwendig bei:

  • Alkohol‑, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch
  • Fehlender Compli­ance bzw. Glaubwürdigkeit
  • Anfällen bei einer progres­siven ZNS-Läsion
  • Einer metabo­li­schen Störung, die nicht ausrei­chend kontrol­lierbar ist
  • Bei einer exzes­siven Tagesschläfrigkeit.

Für Lastwagen sowie den berufs­mäs­sigen Perso­nen­trans­port gelten stren­gere Regeln: Nach einer einmal manifest gewesenen Epilepsie ist eine Zulas­sung zur Führer­aus­weis­ka­te­gorie C oder D1 nur möglich, wenn eine 5‑jährige Anfalls­frei­heit ohne Medika­tion besteht.

Autoren: Verkehrs­kom­mis­sion der Epilepsie-Liga; letzte Aktua­li­sie­rung der Seite: November 2019.

Download Flyer
Flyer bestellen

Verwandte Inhalte

Infor­ma­ti­ons­flyer «Leben mit Epilepsie»
Veran­stal­tungen
Weitere Infor­ma­tionen zum Thema für Fachpersonen 
Webcasts