Autofahren2018-10-03T09:51:23+00:00

Autofahren mit Epilepsie

Die Verkehrs­kom­mis­sion der Schwei­ze­ri­schen Liga gegen Epilepsie (Epilepsie‐Liga) hat ihre Richt­li­nien zur Fahrtaug­lich­keit zuletzt im Jahr 2014/15 überar­beitet.

Ganz allge­mein gilt, dass bei einer aktiven Epilepsie die Fahrtaug­lich­keit in der Regel aufge­hoben ist. Voraus­set­zungen für eine Erst‐ oder Wieder­zu­las­sung als Motor­fahr­zeug­lenker sind eine dem Einzel­fall angepasste periodi­sche fachneu­ro­lo­gi­sche Beurtei­lung sowie Überprü­fung der Fahrtaug­lich­keit.

Eine Erst‐ oder Wieder­zu­las­sung als Motor­fahr­zeug­lenker kann in der Regel erfolgen, wenn eine Anfalls­frei­heit (mit oder ohne Antiepi­lep­tika) von einem Jahr besteht.

Eine Verkür­zung dieser Frist ist unter bestimmten Umständen möglich, zum Beispiel wenn:

  • Die Anfälle mehr als drei Jahre lang nur im Schlaf auftreten
  • Es sich um Refle­x­epi­lep­sien mit vermeid­barem auslö­sendem Stimulus handelt
  • Es um einfache fokale Anfälle (ohne Bewusst­seins­stö­rung) ohne motori­sche, senso­ri­sche oder kogni­tive Beein­träch­ti­gung beim Lenken geht.

Eine Verlän­ge­rung dieser Frist ist zum Beispiel notwendig bei:

  • Alkohol‐, Medikamenten‐ oder Drogen­miss­brauch
  • Fehlender Compli­ance bzw. Glaub­wür­dig­keit
  • Anfällen bei einer progres­siven ZNS‐Läsion
  • Einer metabo­li­schen Störung, die nicht ausrei­chend kontrol­lierbar ist
  • Bei einer exzes­siven Tages­schläf­rig­keit.

Für Lastwagen sowie den berufs­mäs­sigen Perso­nen­trans­port gelten stren­gere Regeln: Nach einer einmal manifest gewesenen Epilepsie ist eine Zulas­sung zur Führer­aus­weis­ka­te­gorie C oder D1 nur möglich, wenn eine 5‐jährige Anfalls­frei­heit ohne Medika­tion besteht.

Autoren: Verkehrs­kom­mis­sion der Epilepsie‐Liga; letzte Aktua­li­sie­rung der Seite: 2017

 

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