|Forschungs­preis 2018 verliehen

Forschungs­preis 2018 verliehen

2018-10-10T10:50:32+00:00

Ein Team aus Bern erhält den diesjäh­rigen Forschungs­för­de­rungs­preis der Schwei­ze­ri­schen Epilepsie‐Liga, dotiert mit 25’000 Franken. Das ausge­zeich­nete Projekt erkundet eine innova­tive Unter­su­chungs­me­thode auf Basis der Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­phie (MRI).

Liga‐Präsident Prof. Stephan Rüegg, Preis­träger Prof. Roland Wiest und Laudator Dr. Klaus Meyer (von links).

(Aarau) Der Forschungs­för­de­rungs­preis der Schwei­ze­ri­schen Epilepsie‐Liga geht 2018 an Prof. Dr. med. Roland Wiest, Dr. phil. Claus Kiefer und Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. Kaspar Schindler vom Insel­spital Bern. Die Auszeich­nung wurde am 30. Mai 2018 im Rahmen der Jahres­ta­gung der Epilepsie‐Liga überreicht, die in diesem Jahr gemeinsam mit der Schwei­ze­ri­schen Gesell­schaft für klini­sche Neuro­phy­sio­logie (SGKN) in Aarau statt­fand. Die Laudatio hielt Liga‐Vorstandsmitglied Dr. med. Klaus Meyer aus Tschugg.

Das ausge­wählte Projekt trägt den Titel „Neuronal current imaging – Klini­sche Anwen­dung einer nicht invasiven, MR‐basierten Unter­su­chungs­me­thode zur Erfas­sung von lokalen, epilepsie‐bezogenen Magnet­feld­in­ho­mo­ge­ni­täten nach erstma­ligem epilep­ti­schem Anfall“. Vorar­beiten haben bereits gezeigt, dass sich magne­ti­sche Feldef­fekte bei Epilep­sie­be­trof­fenen im Kernspin­to­mo­gra­phen messen lassen. Dabei gibt es einen klaren Zusam­men­hang zwischen den Messungen und einer aktiven Epilepsie: Nach einer erfolg­rei­chen Opera­tion, die sämtliche Anfalls­tä­tig­keit beendete, waren die Feldef­fekte nicht mehr messbar.

Nun will das Projekt­team diese neue Methode syste­ma­tisch an Patienten mit einem ersten epilep­ti­schen Anfall, wenn ohnehin ein MRI ansteht, testen und verbes­sern. Fernziel wäre eine neue Nachweis­me­thode epilep­ti­scher Aktivität, die das etablierte Elektro­en­ze­pha­logramm, kurz EEG, ergänzen könnte.  Die neue MR‐Technik kann Magnetfeld‐Veränderungen, die auf epilep­ti­sche Aktivität hinweisen, auch im Innern des Schädels nachweisen – ohne opera­tives Einbringen von Elektroden in der prächir­ur­gi­schen Diagnostik. Das wäre ein grosser Vorteil gegen­über dem EEG, das entweder nur an der Oberfläche misst oder deren Sensoren unter Narkose implan­tiert werden müssen. Weitere Anwen­dungen sind denkbar: „Im Erfolgs­fall hätte das Projekt eine Bedeu­tung auch über die Epilepsie hinaus“, sagte Klaus Meyer in seiner Laudatio.

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