Symbolbild Maske

15. Juli 2020

Seit 6. Juli 2020 sind Gesichts­masken in der Schweiz im öffent­li­chen Verkehr Pflicht. Die Verord­nung sieht explizit Ausnahmen aus gesund­heit­li­chen Gründen vor.

Nun haben State­ments in den Medien den Eindruck erweckt, Epilepsie allein sei ein Grund, keine Maske tragen zu müssen. Das kann die Schwei­ze­ri­sche Epilepsie-Liga, die Fachor­ga­ni­sa­tion zum Thema Epilepsie, so pauschal nicht bestä­tigen. «Mit einer gut einge­stellten Epilepsie ist das Tragen einer Maske zumutbar», sagt Prof. Dr. Barbara Tetten­born, Präsi­dentin der Epilepsie-Liga und Chefärztin der Klinik für Neuro­logie am Kantons­spital St. Gallen.

Allen­falls könne eine nicht gut sitzende Maske bei einem Anfall verrut­schen und die Atemwege blockieren. Wichtig sei eine gute Qualität der Maske, sorgfäl­tiges Befes­tigen und bei schwer Betrof­fenen entspre­chende Instruk­tion der Begleit­per­sonen. Sprechen weitere medizi­ni­sche Gründe gegen das Tragen einer Maske, sind diese indivi­duell mit Hausarzt/ärztin bzw. Neuro­logIn zu bespre­chen, der/die dann auch ein entspre­chendes Attest ausstellen kann. Kinder unter 12 Jahren sind ohnehin von der Masken­pflicht befreit.

Grund­sätz­lich gilt die Empfeh­lung zur Toleranz: Wer Mitrei­sende ohne Maske sieht, sollte zunächst höflich fragen, ob es dafür gute Gründe gibt. Denn nicht jede Behin­de­rung oder Atemwegs­er­kran­kung ist für alle erkennbar.

Infor­ma­tionen des BAG zu Masken

Inter­view mit Prof. Dr. Schulze-Bonhage zum Thema (Deutsche Epilepsie-Vereinigung)