|Wenn Medika­mente nicht helfen

Wenn Medika­mente nicht helfen

2018-08-15T12:25:41+00:00

Mai 2016 – Rund 15‘000 Kinder in der Schweiz leben mit Epilepsie. Rund zwei Drittel sind dank Medika­menten anfalls­frei. Das restliche Drittel stellt Eltern und Ärzte vor grosse Heraus­for­de­rungen. Mit diesem Thema befasst sich eine öffent­liche Veran­stal­tung der Schwei­ze­ri­schen Epilepsie‐Liga im Kantons­spital Graubünden am Donnerstag, 12. Mai 2016.

(Chur) Medika­mente nehmen nahezu alle Epilep­sie­be­trof­fenen, doch nicht immer erreicht man so das Ziel eines Lebens ohne Anfälle. Aller­dings gibt es neben Tabletten noch weitere Möglich­keiten, um die Zahl der Anfälle zu verrin­gern oder sogar auf Null zu bringen: Lässt sich der Ursprung des „Gewit­ters im Hirn“ genau orten, so kommt eine Opera­tion infrage. Dabei kann nach gründ­li­chen Abklä­rungen der Anfalls­herd entfernt werden. Gelingt das, steigt häufig mittel­fristig der Lerner­folg, weil die Belas­tung durch die Anfälle wegfällt. Georgia Raman­tani vom Kinder­spital und von der Schwei­ze­ri­schen Epilep­sie­klinik in Zürich berichtet dazu aus erster Hand.

Weitere Behand­lungs­op­tionen sind die ketogene Diät und der Vagus­nerv­sti­mu­lator. Eine äusserst fettreiche und kohlen­hy­drat­arme Ernäh­rung imitiert den Zustand des Fastens. Bei manchen epilep­sie­be­trof­fenen Kindern ist sie das beste Mittel, um Anfälle zu reduzieren – aller­dings stellt sie die ganze Familie vor erheb­liche Heraus­for­de­rungen. Über Chancen und Grenzen der ketogenen Diät referiert in Chur Oswald Hassel­mann, Leitender Arzt Neuro­päd­ia­trie am Ostschweizer Kinder­spital.

Ein Vagus­nerv­sti­mu­lator funktio­niert als eine Art Hirnschritt­ma­cher über einen Nerv am Hals und kann die Lebens­qua­lität ebenfalls deutlich verbes­sern. Elmar Keller, Leitender Arzt am Kantons­spital Graubünden, führt durch den Abend und stellt die Theorie und seine prakti­schen Erfah­rungen bei Kindern vor.

Öffent­liche Veran­stal­tung der Schwei­ze­ri­schen Epilepsie‐Liga für Angehö­rige, Betrof­fene und Inter­es­sierte, gratis
Donnerstag, 12. Mai 2016, 18.00 Uhr bis 19.45, anschl. Apéro
Chur, Kantons­spital Graubünden, Loëstrasse 170, Hörsaal