Nach einem Hirnschlag erleiden viele Menschen epileptische Anfälle. Nicht immer müssen sie langfristig behandelt werden. Umgekehrt kann eine Epilepsie erst Monate danach auftreten.
Rund 16’000 Personen müssen jährlich in der Schweiz nach einem Schlaganfall behandelt werden. Dank spezialisierter Zentren werden sie meist schnell und gezielt medizinisch versorgt.
Was aber viele Betroffene, Angehörige und selbst manche Fachpersonen nicht wissen: Im geschädigten Hirngewebe können in rund 5% der Fälle epileptische Anfälle entstehen. Nicht immer sind sie leicht zu erkennen, denn sie sind nur selten dramatisch. Auch subtile Anzeichen wie plötzliches Starren, Muskelzuckungen oder kurze Desorientierung sollten entsprechend abgeklärt werden. Wichtig ist die korrekte Diagnose:
- In den ersten sieben Tagen nach dem Schlaganfall gelten epileptische Anfälle als «akut symptomatisch», also eine direkte Reaktion auf die Hirnverletzung. Meist müssen sie nur kurzfristig behandelt werden.
- Treten mehr als eine Woche nach dem Ereignis – manchmal erst nach Monaten oder sogar Jahren − ohne erkennbaren Grund Anfälle auf, ist meist eine Schlaganfall-assoziierte Epilepsie die Ursache. In diesem Fall ist nach sorgfältiger Abklärung eine langfristige Behandlung notwendig.
Alle Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen sollten diesen Zusammenhang kennen, damit sie vorbereitet sind und im Fall eines epileptischen Anfalls richtig reagieren. Der neue Info-Flyer «Schlaganfall und Epilepsie» der Schweizerischen Epilepsie-Liga bietet kompakt die wichtigsten Informationen.
Der Flyer ist auf der Website www.epi.ch auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar und lässt sich herunterladen oder bestellen. Innerhalb der Schweiz versendet die Epilepsie-Liga ihre Informationsflyer gratis oder gegen einen geringen Unkostenbeitrag per Post.
