Prof. Margitta Seeck

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Margitta Seeck (rechts) mit Liga-Präsident Lukas Imbach

Die Genfer Neurologin Margitta Seeck erhält die höchste Auszeichnung der Schweizerischen Epilepsie-Liga. Als langjähriges Mitglied des Vorstands hat sie sich in herausragender Weise für die Versorgung von Menschen mit Epilepsie sowie für die epileptologische Forschung in der Schweiz engagiert.

(Genf, November 2025) Prof. Dr. med. Margitta Seeck gehört seit 2015 zu den wenigen Professor:innen in der Schweiz mit Spezialgebiet Epilepsie. Seit 1995 leitete sie die Abteilung für prächirurgische Epilepsiediagnostik am Universitätsspital Genf (HUG), die sie selbst begründet hat − eines der wichtigsten Epilepsiezentren der Schweiz. Ab 2007 übernahm sie auch die Leitung der Abteilung EEG und Epilepsie in der Poliklinik.

An ihrem Abschiedssymposium in Genf am 5. November 2025 verlieh ihr die Schweizerische Epilepsie-Liga die Tissot-Medaille für ihre besonderen Verdienste um die schweizerische Epileptologie. «Es ist mir eine grosse Freude und Ehre, Margitta Seeck diese Medaille zu überreichen», sagte der Präsident der Epilepsie-Liga, Lukas Imbach, an der Zeremonie. «Neben ihrer herausragenden Forschung, den langjährigen ehrenamtlichen Engagements in der Epilepsie-Liga und der Schweizerischen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und ihren Verdiensten um Patientinnen und Patienten hat sie auch zahlreiche Neurologinnen und Neurologen ausgebildet, inspiriert und gefördert. Klinisch hat sie unter anderem die Epilepsiechirurgie gestärkt. Auch eine schnellere und bessere Versorgung nach einem ersten Anfall ist ihr ein grosses Anliegen.» Eine «First seizure» Klinik, die ähnlich einer Stroke-Unit die rasche Evaluation eines Erstanfalls ermöglicht, ist seit 2019 am HUG in Zusammenarbeit mit dem Notfall aktiv.

Margitta Seeck gehörte dem Vorstand der Epilepsie-Liga von 2011 bis 2022 an. Sie engagierte sich in der Forschungskommission, für die Richtlinien zur Fahreignung mit Epilepsie und für die Fachzeitschriften der Epilepsie-Liga. Zudem gestaltete sie das wissenschaftliche Programm für diverse Fachkongresse. Sie war aktives Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie aus drei Ländern. Ausserdem präsidierte sie von 2009 bis 2016 die Schweizerische Gesellschaft für Neurophysiologie (SGKN); als Chefredaktorin der Clinical Neurophysiology Practice gehört sie dem Vorstand des internationalen Verbands für klinische Neurophysiologie (IFCN) an. Sie ist aktives Mitglied im Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfonds.

Im Frühling 2018 erhielt sie für ihre Forschung den Hans Berger Award, der nur alle vier Jahre von der IFCN vergeben wird. Ihre Publikationsliste umfasst über 200 Arbeiten in angesehenen Fachzeitschriften. Sie wurde ausserdem 1999 mit dem ersten Kahn-Preis für Epilepsieforschung ausgezeichnet. Zudem ist sie Ehrenmitglied der Epilepsie-Liga.

Margitta Seeck wurde im deutschen Westfalen geboren. Sie studierte und arbeitete u.a. in München, Boston und Berlin, bevor sie 1995 nach Genf wechselte.

Die Medaille hat ihren Namen von dem Schweizer Arzt und Volksgesundheitsschriftsteller Samuel Auguste Tissot (1728–1797), der das erste moderne Lehrbuch über Epilepsie überhaupt veröffentlichte, und wird seit 2007 meist alle zwei Jahre verliehen.

Foto: Epilepsie-Liga. Hochauflösende Datei auf Wunsch erhältlich.