|Initi­ie­rung, Imple­men­tie­rung, Abbruch – Die neue Taxonomie der Adhärenz und ihre Bedeu­tung für die Betreuung von Epilep­sie­pa­ti­enten
Initi­ie­rung, Imple­men­tie­rung, Abbruch – Die neue Taxonomie der Adhärenz und ihre Bedeu­tung für die Betreuung von Epilep­sie­pa­ti­enten2018-01-12T17:10:09+00:00

Initi­ie­rung, Imple­men­tie­rung, Abbruch – Die neue Taxonomie der Adhärenz und ihre Bedeu­tung für die Betreuung von Epilep­sie­pa­ti­enten

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Zusam­men­fas­sung

Die Adhärenz ist kein „entweder-oder“-Verhalten, sondern vielschichtig und komplex. Das Wissen alleine über die Krank­heit, die Unter­su­chungen, die Behand­lungs­me­thoden und die Arznei­mittel ist unzurei­chend, um die Thera­pie­emp­feh­lungen zu befolgen und im Alltag umzusetzen. Umfang und Verständ­lich­keit der erhal­tenen Infor­ma­tion sowie die eigenen Einstel­lungen sind mit der Adhärenz eng verknüpft. Um die thera­peu­ti­schen Empfeh­lungen erfolg­reich in Taten umzusetzen, braucht es seitens des Patienten die Akzep­tanz der Diagnose, die Einsicht in den Nutzen der Behand­lung und nicht zuletzt ausrei­chende körper­liche und geistige Fähig­keiten. Die Adhärenz wird mit drei Phasen oder Etappen beschrieben: Initi­ie­rung, Imple­men­tie­rung und Persis­tenz. Es ist unmög­lich voraus­zu­sagen, welcher Patient adhärent sein wird und welcher nicht. Doch in der Epilepsie lassen sich sechs Risiko­si­tua­tionen für fehler­haftes Einnah­me­ver­halten beschreiben: Non‐Akzeptanz der neu diagnos­ti­zierten Epilepsie bzw. der Therapie (Initi­ie­rung); langjäh­rige Anfalls­frei­heit bzw. manifeste unerwünschte Wirkungen (Imple­men­tie­rung); Jugend­liche bzw. Schwan­gere (Persis­tenz).
Unter­stüt­zende Hilfs­mittel in Form von Wochen­dis­pen­sern können die Adhärenz fördern. Ihr primärer Zweck ist die visuelle Rückmel­dung über erfolgte bzw. verges­sene Einnahmen. Neue elektro­ni­sche Medika­men­ten­dis­penser ermög­li­chen weitere Kontroll‐ und Alarm­funk­tionen.

I. Arnet, M. Haag, K. E. Hersberger
Epilep­to­logie 2017; 34: 52 – 59