|Eignet sich Cannabis (Hanf) als Epilepsie‐Medikament?

Eignet sich Cannabis (Hanf) als Epilepsie‐Medikament?

2018-02-13T17:18:25+00:00

Seit längerem vermutet man eine anfalls­un­ter­drü­ckende Wirkung von Canna­b­idiol (CBD), dem nicht‐rauschauslösenden und kaum psych­ia­tri­sche Neben­wir­kungen aufwei­senden Inhalts­stoff im Saat‐Hanf (Cannabis sativa). Die Bericht­erstat­tung über spekta­ku­läre Einzel­fälle in den Medien hat die Erwar­tungen hochge­schraubt.

Nachge­wiesen ist eine Wirkung aller­dings bisher erst bei den seltenen, ausser­or­dent­lich schweren Epilep­sie­formen Dravet‐Syndrom und Lennox‐Gastaut‐Syndrom. Hier rechnen wir nach entspre­chenden weiteren kontrol­lierten Studien mit der Zulas­sung eines CBD‐haltigen Medika­ments in den nächsten Jahren.

Im Gegen­satz zu dem, was viele vermuten, verur­sacht auch CBD Neben­wir­kungen (z.B. Schläf­rig­keit, Appetit­ver­lust, Durch­fall und gelegent­lich parado­xer­weise auch eine Zunahme von Krampf­an­fällen) und kann Wechsel­wir­kungen mit anderen Medika­menten haben.

Die Schwei­ze­ri­sche Epilepsie‐Liga rät aktuell von einem Einsatz von CBD zur Behand­lung von anderen Epilep­sie­formen als dem Dravet‐ und dem Lennox‐Gastaut‐Syndrom ausser­halb von Studien ab, da weder Wirkungen noch Neben­wir­kungen bei den üblichen, häufi­geren Epilep­sie­formen bisher bekannt sind. Sobald sich die Erkennt­nis­lage ändert, werden wir wieder infor­mieren und selbst­ver­ständ­lich die aktuelle Aussage anpassen.