Seit längerem vermu­tete man eine anfalls­un­ter­drü­ckende Wirkung von Canna­b­idiol (CBD), dem nicht-rauschauslösenden und kaum psych­ia­tri­sche Neben­wir­kungen aufwei­senden Inhalts­stoff im Saat-Hanf (Cannabis sativa). Die Bericht­erstat­tung über spekta­ku­läre Einzel­fälle in den Medien hat die Erwar­tungen hochgeschraubt.

Seit 2021 ist das Cannabidiol-Präparat Epidyolex® in der Schweiz zugelassen als Zusatz­the­rapie gegen Krampf­an­fälle für Kinder ab zwei Jahren und Erwach­sene mit den seltenen, schweren Epilep­sie­formen Dravet-Syndrom oder Lennox-Gastaut-Syndrom. Zuvor waren entspre­chende kontrol­lierte Studien erfolg­reich durch­ge­führt worden.

Für andere schwer behan­del­bare Epilep­sie­formen besteht noch keine Zulas­sung. In begrün­deten Fällen kann der Neurologe/die Neuro­login auf Wunsch aber Epidyolex® „off-Label“ verschreiben und ein Gesuch an die Kranken­ver­si­che­rung zur Kosten­über­nahme stellen.

Im Gegen­satz zu dem, was viele vermuten, verur­sacht auch CBD Neben­wir­kungen (z.B. Schläf­rig­keit, Appetit­ver­lust, Durch­fall und gelegent­lich parado­xer­weise auch eine Zunahme von Krampf­an­fällen) und kann Wechsel­wir­kungen mit anderen Medika­menten haben.

Swiss­medic bietet einen Überblick mit Vollzugs­hilfe über Produkte mit Canna­b­idiol an.

Letzte Aktua­li­sie­rung: September 2021

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