|Epilepsie‐Liga unter­stützt innova­tives Forschungs­pro­jekt

Epilepsie‐Liga unter­stützt innova­tives Forschungs­pro­jekt

2018-09-25T12:11:57+00:00

Juli 2016 – Prof. Jean‐Marc Fritschy und Tilo Gschwind von der Univer­sität Zürich erhalten den diesjäh­rigen Forschungs­för­der­preis der Epilepsie‐Liga, dotiert mit 25’000 Franken. Mit Hilfe der innova­tiven Optoge­netik erkunden die Wissen­schaftler die Entste­hung von Epilepsie und bereiten den Weg für neue Behand­lungs­me­thoden.

(Zürich/Basel) Den diesjäh­rigen Forschungs­för­der­preis der Schwei­ze­ri­schen Epilepsie‐Liga nimmt Prof. Jean‐Marc Fritschy (im Bild links) vom Institut für Pharma­ko­logie und Toxiko­logie der Univer­sität Zürich am 29. September in Basel entgegen, auch im Namen von Tilo Gschwind, der nicht anwesend sein kann. Der Preis ist mit 25’000 Franken dotiert. Erneut leistet die Epilepsie‐Liga mit diesem Preis in der Schweiz tätigen Wissen­schaft­lern eine Anschub­fi­nan­zie­rung für ein grösseres Forschungs­vor­haben.
Das ausge­zeich­nete Projekt trägt den Titel „Using closed‐loop optoge­netic inter­ven­tion to inves­ti­gate the mecha­nisms of epilep­to­ge­nesis and its anti‐epileptogenic effects in a mouse model of temporal lobe epilepsy“. Es geht darum, die Entste­hung von Epilepsie im Tierver­such mit Hilfe einer neuen Methode besser zu verstehen. Tilo Gschwind konnte die innova­tive Technik der Optoge­netik am weltweit führenden Labor in Stanford, Kalifor­nien, aus erster Hand kennen lernen. Damit lassen sich spezi­fi­sche Zellen mit Hilfe von Licht­sti­mu­la­tionen gezielt aktivieren oder hemmen. „Diese Methodik bietet eine echte Revolu­tion an“, sagt Fritschy.

Ziel sind Erkennt­nisse, welche der vielen Verän­de­rungen im Hirn für die Entste­hung von Epilepsie verant­wort­lich sind. Zudem könnte die Stimu­la­tion im geschlos­senen Kreis­lauf (closed‐loop) zukünftig die bereits bestehende Methode der tiefen Hirnsti­mu­la­tion verbes­sern.

Der alle drei Jahre verlie­hene Promo­ti­ons­preis der Epilepsie‐Liga, dotiert mit 1000 Franken, ging dieses Jahr an Nicola Andrea Marchi, Lausanne. Seine prämierte Doktor­ar­beit trägt den Titel „Status epilep­ticus: impact of thera­peutic coma on outcome“.

Zwei Preise ausge­schrieben
Auch im kommenden Jahr fördert die Schwei­ze­ri­sche Epilepsie‐Liga die Erfor­schung der Epilepsie: Mit dem jährli­chen Forschungs­för­der­preis vergibt sie Start­hilfen für wissen­schaft­liche Projekte zur Förde­rung der experi­men­tellen oder klini­schen Forschung im Bereich der Epilep­to­logie in Höhe von 25’000 Franken.

Der Alfred‐Hauptmann‐Preis, ein gemein­samer Preis mit den Deutschen und Öster­rei­chi­schen Gesell­schaften für Epilep­to­logie, zeichnet alle zwei Jahre die beste wissen­schaft­liche Arbeit aus dem deutsch­spra­chigen Raum auf dem Gebiet der experi­men­tellen und klini­schen Epilep­to­logie aus. Er ist mit 10‘000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Der Preis ist nach dem deutschen Neuro­logen Alfred Haupt­mann benannt, der 1912 die antikon­vul­sive Wirkung von Pheno­bar­bital entdeckte und 1933 wegen seines jüdischen Glaubens aus Deutsch­land emigrieren musste.

Beide Ausschrei­bungen laufen bis zum 31. Dezember 2016.

Hinweise für Medien: Die Preis­ver­lei­hung des Forschungs­preises findet am 29. September 2016 um 15.45 Uhr in Basel statt, im Rahmen des 3rd Congress of the Swiss Federa­tion of Clinical Neuro‐Societies (SFCNS).