Der diesjährige Forschungs-Förderungspreis der Schweizerischen Epilepsie-Liga geht an zwei verschiedene Projekte, eines aus Genf und eines aus Zürich. Im Erfolgsfall könnte das eine Projekt Epilepsie-Operationen präziser machen; auf der Basis des anderen könnten neue Behandlungsmöglichkeiten entstehen. Der Preis ist mit insgesamt 25’000 CHF dotiert; die offizielle Preisverleihung fand am 21. November 2025 statt.

Dr. Nicolas Roehri, Genf
November 2025 – Im Jahr 2025 wird der Forschungspreis der Schweizerischen Epilepsie-Liga auf zwei Projekte aufgeteilt. Die Hälfte des Preisgeldes geht an Dr. Nicolas Roehri von der Universität Genf und dem Universitätsspital Genf (HUG), die andere Hälfte an Dr. Daria Skwarzynska von der Universität Zürich.
Bessere Einblicke ins Gehirn
Dr. Nicolas Roehri verwendet EEG- und MRI-Daten, um die Quelle elektrischer Aktivität im Gehirn zu lokalisieren (Electric Source Imaging, kurz ESI). In seinem Projekt möchte Roehri einen neuartigen Algorithmus (FAST-IHRES) validieren und mit anderen ESI-Methoden vergleichen. Dabei nutzt er einen seltenen Datensatz aus simultan aufgezeichnetem intrakraniellen EEG (iEEG) und hochauflösendem Oberflächen-EEG (hdEEG).
Diese Techniken sind besonders nützlich für die Untersuchung von Patient:innen mit behandlungsresistenten fokalen Anfällen, für die eine Epilepsieoperation infrage kommt. Mit Hilfe der Ergebnisse könnte sich die irritative Zone, in der epilepsietypische Potentiale entstehen, genauer eingrenzen lassen, ohne dass Elektroden chirurgisch implantiert werden müssten.
«Dieses originelle Projekt validiert klassische und insbesondere neuartige ESI-Techniken und wird Patient:innen mit behandlungsresistenter Epilepsie sowie der breiteren neurowissenschaftlichen Forschung zugutekommen», sagte der Präsident der Epilepsie-Liga, Prof. Dr. med. Lukas Imbach.

Dr. Daria Skwarzynska, Zürich
Wie Anfälle enden
Dr. Daria Skwarzynska von der Universität Zürich erhält die andere Hälfte des Preisgeldes für ihr Projekt «Power restored: Exploring how neurons recharge to end seizures». Die meisten Anfälle enden von selbst; das Projekt zielt darauf ab, unser Verständnis der Mechanismen dahinter zu verbessern. Genauer gesagt konzentriert sich Skwarzynska auf die Stoffwechseldynamik mit dem Ziel, zellspezifische Anpassungen aufzudecken, die Neuronen dazu anregen, Anfälle zu beenden.
Wie wir wissen, helfen ketogene Diäten oft wirksam, Anfälle zu kontrollieren – allerdings sind die genauen Mechanismen, durch die diese metabolische Intervention wirkt, noch weitgehend unverstanden. Dieses Projekt könnte eine neue Perspektive auf Anfallsmechanismen bieten und den Weg für innovative Therapien ebnen.
«Wenn das Projekt erfolgreich ist, werden wir endlich verstehen, wie die ketogene Diät auf zellulärer Ebene wirkt. Dies könnte dazu beitragen, neue gezielte Behandlungsstrategien zu entwickeln, und wertvolle Wege für die weitere Forschung eröffnen», kommentierte Imbach.
Die Preise wurden am 21. November auf dem SERENE-Symposium zur Epilepsieforschung verliehen.
Ausschreibungen für 2026
Der Forschungsförderungspreis der Schweizerischen Epilepsie-Liga in Höhe von CHF 25‘000 wird für 2026 wieder ausgeschrieben. Er wird jährlich in der Schweiz tätigen Wissenschaftler:innen als Anschubfinanzierung für Forschungsvorhaben vergeben. Insbesondere soll die Erforschung von Ursachen und Behandlungen der Epilepsie gefördert werden.
Ausschreibung Forschungs-Förderungspreis
Zudem erhält im kommenden Jahr die beste Doktor- oder Masterarbeit der letzten drei Jahre an einer Schweizer Hochschule auf dem Gebiet der Epileptologie den Promotionspreis in Höhe von CHF 1000. Bewerbungen sind aus allen Fachbereichen möglich. So können sich neben Mediziner:innen beispielsweise auch Psycholog:innen oder Pharmazeut:innen bewerben, die sich mit dem Thema Epilepsie befassen.
Die Ausschreibungen laufen bis zum 31. Dezember 2025.